Zur Luther-Jubelfeier.
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einem Reformationsfeste bei einem Kirchentage ins Leben getreten ist
und seit 30 Jahren der Aufgabe nachstrebt, die deutsche Art in enger
Verbindung mit dem biblischen Christentum auf allen Gebieten der Er
ziehung in Haus und Schule, sowie des gesamten Unterrichtswesens för
dern und pflegen zu helfen, liegt es ob, im Sinne der vor alters in den
lutherischen Kirchen verordneten Epistel für das Reformationsfest Off.
Joh. 14, 6, 7 in Luther, wenn auch die eigentliche Auslegung der Stelle
dies Ergebnis nicht bringt, den Boten (Engel) Gottes mit dem ewigen
Evangelium zu sehen und infolge seines Zeugnisses dem allmächtigen
Gotte die Ehre zu geben.
Darum ohne Schmähreden gegen Rom, worin nur zu oft die stark
sind, welche an christlicher Gesinnung noch hinter Rom zurückstehen, sei
es daß sie mit Selbstgerechtigkeit sich schmücken, sei es daß sie ohne
idealen Zug nur der Sinnlichkeit fröhnen — für uns Abwendung von
aller Menschenvergötterung oder was derselben ähnlich ist und Zukehr
zu dem, in welchem Gott sich selbst wahrhaft geoffenbaret und die ewig
gültige Versöhnung der Menschheit mit sich selbst vollbracht hat! Kein
anderer Mittler gelte uns als Jesus Christus allein, der Eine Hohe
priester ! Daß wir nur alle als Priester Gottes durch ihn dastehen und
leben mögen, als die da ihr Ich Gott opfern, im Gebete des Her
zens ohn' Unterlaß ihm räuchern und von ihm Segen in die Welt
verbreiten!
Hierin gehen wir mit allen zusammen, welche evangelisch nicht bloß
heißen, sondern sind, und stellen in der Lauterkeit evangelischen Lebens
wandels das beste lebendige Denkmal der Reformation her: Gottes
kinder, welche im Lichte leben. Soferne wir aber berufsmäßig, bezw.
aus Herzensneigung Erziehung und Unterricht ausüben und fördern,
nehmen wir von dem Luther-Jubiläum noch besondere Mahnungen mit.
Den christlichen Hausvater voll heiliger Liebe, der Strenge und
Freundlichkeit in der Erziehung so wohl zu vereinen wußte, dem alles
Aufziehen der Kinder auf ein Vorbereiten für die himmlische Heimat
hinauslief, weil er in seinen Kindern Gotteskinder vor sich sah, und der
dabei doch den frischen, gesunden Sinn für alle erlaubte natürliche Neigung
des Kindesherzens stets bewahrte — den lassen wir als Vorbild für
unsere häusliche Erziehung uns vor Augen schweben.
Darum auch sein kleiner Katechismus, den er für den
Hausvater geschrieben, damit derselbe dessen Inhalt seinem Gesinde aufs
allereinfältigste vorhalte, uns ein Wegweiser für die Hausand acht,

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