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Zur Luther-Jubelfeier.
die uns u. a. als Hauptmittel der häuslichen Erziehung gilt, in der,
wie überall, Gebet noch mehr wert ist als die wertvollste menschliche
Arbeit.
Auf daß das Gebet hervorquellen könne aus dem unversieglichen
Quell, greifen wir in die deutsche Bibel hinein, welche unser Luther
uns in 12jähriger rastloser Thätigkeit lesbar und jedermann zugäng
lich hergestellt hat. Und damit wir desto eifriger mit einander beten
können und frischer unsere Seelen himmelwärts heben, singen wir zur
Andacht liebliche geistliche Lieder, wie sie die „Wittenbergische Nachtigall"
zuerst angestimmt hat.
In diesen dem evangelischen Hause unentbehrlichen Schätzen, welche
der Bergmannssohn so hellstrahlend ans Licht gefördert hat, haben wir
auch die grundlegenden Stutzen echt christlicher Schulen, zu deren
Aufrichtung er so dringend ermuntert hat. So begrüßen wir ihn auch
als Freund der Schule und wollen in seinem Geiste durch die Schule
kirchliches Leben pflanzen und dabei zugleich, was für das irdische Leben
heilsam und nützlich ist, fleißig aussäen.
Ist es denn wahr, daß „mit Luther erst das eigentliche pädagogische
Zeitalter in Deutschland beginnt" (Hei ne mann S. 90 des Büchleins:
Luther als Pädagoge. Festgabe an Eltern und Lehrer. Braunschweig,
Brühn. 1883. IV und 91 S. 1 M.), daß er Bedeutung der christlichen
Schule und ihren unauflöslichen Zusammenhang mit der Kirche, Ehr
würdigkeit des Lehrerberufs und Verpflichtung der Eltern und Obrig
keiten für Schulen zu sorgen ins Licht gestellt, vernunftgemäße, einfache
Behandlung der Lehrstoffe und liebevolle Schulzucht als notwendig ge
fordert, die wichtigsten Lehrbücher für alle Schulen dargereicht, die centrale
Stellung des Religionsunterrichts als des Hauptfachs in denselben klar
erkannt und die Gründung eines allumfassenden Volksunterrichts unter
staatlicher Oberaufsicht angebahnt hat (vgl. ebd. S. 89): so kann unser
Verein, der ja danach strebt, der Reformatoren Werk in Deutschland er
halten zu helfen, bezw. weiter zu führen, angesichts des Luther-Jubi
läums sich nur dringend gemahnt fühlen, auf der von dem Reformator
gebrochenen Bahn vorwärts zu gehen.
Darin treu zu sein und dabei immer mehr Helfer zu gewinnen,
möge uns der HErr bescheren! So wird uns die Lutherfeier dauernden
Segen bringen.

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