Der 31. Oktober und der Zweigverein Stettin. 477
Der 31. Oktober und der Zweigverein Stettin.
Wenn jetzt in weiten Kreisen das Bild unseres großen Reformators
sich wunderbar belebt hat, so haben vielfach wohl auch gerade Genossen
des Deutschen Evangelischen Schulvereins zu dieser Belebung beigetragen,
z. B. hier in Stettin durch lebhafte Beteiligung an dem Halten von
öffentlichen Luther-Vorträgen. Wegen dieser auf weiterem Felde geübten
Bethätigung hat der hiesige Zweigverein von einer besonderen für den
31. Oktober geplanten Lutherfeier Abstand genommen und sich auf ein
gemeinsames Abendessen an diesem Tage beschränkt, um den 30jährigen
Stiftungstag des Deutschen Evangelischen Schulvereins zu feiern. Un
mittelbar vorher gingen die öffentlichen Luther-Vorträge zweier Mitglieder
unseres Vereins, der Herren Gymnasial-Direktor Or. Weicker und
Konsistorial-Rat Or. K rum mach er. Die darin vor einer überaus
zahlreichen Versammlung angeschlagenen Saiten tönten in dem kleineren
Kreise fort. Von da konnte sich die festlich gehobene Stimmung um so
leichter übertragen, als ja der Deutsche Evangelische Schulverein durch
aus auf Luther zurückweist und als eine entfernte Wellenbewegung der
Reformation betrachtet werden darf, wie er denn ja auch gerade an
einem 31. Oktober gestiftet worden ist.
Einen besonderen Reiz verlieh dem freundschaftlichen Zusammensein
die Anwesenheit des Hauptordners unseres Vereins. Seiner Verdienste
um die Wiederbelebung desselben mußte bei dieser Gelegenheit gedacht
werden. Dies geschah durch Superintendent Hoffmann. Hierauf er
widernd besprach Direktor Kolbe unter Ablenkung von seiner eigenen
Person in längerer Rede die Aufgabe des Vereins, und zwar in der
Weise, daß er in die Darstellung der nationalen Seite desselben frische,
erhebende Eindrücke von der Niederwald-Feier her verwob, während er
bei der Hervorhebung der religiösen Seite ausführlich des Verlaufs des
zweiten evangelischen Schulkongresses zu Kassel Erwähnung that. Die
dort schließlich so schön hervorgetretene Konkordia bildete den Ausgangs
punkt für den Wunsch an die Vereinsgenossen, bei aller Verschiedenheit
in der Lebensstellung und in anderen Beziehungen u. s. w. auch fest und
treu zur Erreichung des gemeinsamen Zieles zusammen zu halten. —
Ernst und Scherz vertragen sich bei solchem Mahle wohl mit einander,
und so fand unter den Rednern auch der letztere geschickte Vertreter. —
Möchte der Verein weiter gedeihen! Amiens.

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