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Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882.
dasselbe hier doch wohl eine mehr alttestamentliche Darstellung tragen,
und es werde in diesem Falle Luthers Erklärung nicht recht passen, in
welcher der neutestamentliche Charakter überall hindurch schimmere (Sup.
Hoffmann), auch die Verwertung des neuen Testamentes gehindert
werden, deren man doch nicht werde entraten können (Gymn.-Dir. Dr.
Weicker). Dem gegenüber hält Referent dennoch an seiner Anschauung
fest. Luthers Standpunkt in der Erklärung des Dekalogs erscheine ihm
nicht so neutestamentlich, und die Verwertung des neuen Testaments
müsse so stattfinden, daß sie das Ziel nicht verrücke. Bei der Wichtig-
keit dieses Zieles dürfe man sich überhaupt durch keine formalen Schwierig
keiten schrecken lassen. Dieser grundlegenden Gesetzeslehre habe erst später
nach dem zweiten oder dritten Hauptstück, eine erneute Darstellung des
göttlichen Willens mit neutestamentlicher Vertiefung zu folgen. — Diese
Entgegnung giebt Anlaß zu einer Aussprache über die von allen Anwesen
den anerkannte Schwierigkeit, die ersten drei Bitten auf Grund der
Lutherschen Erklärung anschaulich und fruchtbar zu behandeln (besonders
Dir. Weicker). Als Ort für die zweite Behandlung des Gesetzes em
pfiehlt Generalsup. Jaspis den dritten Artikel und etwa das vierte
Hauptstück.
Hier mußte die Besprechung über diesen Gegenstand, welchem der
Löwenanteil an der Zeit der Sitzungen des Jahres 1882 zugefallen ist
und dessen Behandlung auch reiche Anregung geboten hat, abgeschlossen
werden.
Oktober-Sitzung. Es wird zuerst der letzte Gegenstand der
August-Sitzung wieder aufgenommen und zu Ende geführt. Der Referent,
Lehrer Drews, führt seine Gründe an, aus denen er Schulspar
kassen*) verwerfe. Die Versammlung stimmt ihm in der Verwerfung
völlig bei. Die Idee solcher Kassen hat freilich zunächst etwas Bestechen
des. Wie schön wäre es, wenn das Volk mehr das Haushalten und
Sparen lernte und nicht einen vielfach unverhältnismäßigen oder wohl
gar lächerlichen Luxus triebe (Sup. Hoffmann, Lehrer Will). In
dessen für Schul-Sparkassen wird man sich bei genauerer Erwägung
*) Über den Gegenstand vgl. Ernst Senckel (ev. Pfarrer und Schulinsp.
zu Hohenwalde bei Müllrose, Geschäftsführer des Vereins für Jugendsparkassen
in Deutschland): Jugend- und Schulsparkasien, Denkschrift. In Kommission
bei G. Harnecker, Frankfurt a. O. 1882. XII u. 232 S. 8. 1,50 M., besser aus
gestattet 2 M. (inkl. Porto, dir. vom Verein; im Buchhandel 1,60 bez. 2,25 M.)
— In Deutschland bestehen etwa 1000 solche Kasien. Die Red.

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