und die evangelische Pädagogik.
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und Glauben vermählt und dadurch die glaubensscheuen Rationalisten
und die wissensscheuen Gläubigen aus der Welt geschafft werden*).
Bekanntlich wurde Schelling in der letzten, dem Christentume zuge
neigten Phase seines Philosophierens durch Baaders und Böhmes Theo
sophie stark beeinflußt, und ähnlich seinem katholischen Kollegen Baader
und dabei anknüpfend an Lessings Gedanken: „die Ausbildung geoffenbarter
Wahrheiten in Vernunftwahrheiten sei schlechterdings notwendig, wenn
dem menschlichen Geschlechte damit geholfen werden solle", strebte er
danach, eine christliche Wissenschaft (Gnosis) zu gründen: „Die deutsche
Nation strebt in ihrem ganzen Wesen nach Religion, aber ihrer Eigen
tümlichkeit gemäß nach Religion, die mit Erkenntnis verbunden und auf
Wissenschaft gegründet ist."
Schellings Parole von der christlichen Wissenschaft wurde von Stahl
adoptiert und in vorsichtigerer Weise sowie in etwas modifizierter Form
angewandt. Wollte Schelling „Religion mit Erkenntnis verbunden und
auf Wissenschaft gegründet", so wollte Stahl, wenn ich recht sehe,
„Wissenschaft mit Religion verbunden und (probeweise) auf Offenbarung
gegründet." Dabei hoffte er auf (prinzipielle) Einheit der beiden
„Wissenschaften" Theologie und Philosophie sowie Einheit der beiden
Gemeinschaftsformen Staat und Kirche. Staat und Kirche sollten zwei
(religiös) gleichberechtigte, nicht allein göttliche, sondern auch christliche
Ordnungen sein. Nahm die römische Kirche das Weltliche und Staat
liche als das Ihrige in Beschlag, sollten dort die Kirche und die Staaten
in gleicher Weise kirchlich verpflichtet sein, so sollten hier der Staat
sowohl wie die Kirche(n) in gleicher Weise christlich verpflichtet werden
und der (massenhaft) fromme christliche Staat sollte sich in monarchisch-
summepiskopalem System der christlichen Kirche annehmen.
Eine solche Einheit von Wissenschaft und Glauben, Staat und
Kirche ist aber eine illusorische Vorausnahme der Ewigkeitsvollendung.
Hüten wir uns aber, daß wir nicht die Bestrebungen der Herbartianer,
denen wir (mit Recht oder Unrecht) Rationalismus und Dualismus
(Deismus) vorwerfen, mit einem andern Rationalismus und einem
unevangelischen Monismus bekämpfen, den wir weder von Jesus oder
Paulus oder Luther gelernt haben. Seien wir vielmehr, eingedenk des
400jährigen Luthergeburtstags, darauf bedacht: jeden Kampf, den wir
*) Also ganz im Sinne der katholischen Kirche: wie Werke und Glauben
einander parallel, so sollen auch Wissen und Glauben einander parallel gehen.

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