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Wille: Über das Zusammenwirken von Schule re.
16. Alle Erziehung muß sich auf Autorität stützen; daher müssen
Eltern und Schule für das Kind unbedingt Autoritäten sein und bleiben.
17. Daraus folgt, daß die Schule die Autorität des Hauses, das
Haus die der Schule zu respektieren, zu unterstützen und zu stärken hat.
18. Das geschieht, wenn einerseits Schule und Haus Unehrerbietig
keit gegen den andern Teil weder sich selbst zu schulden kommen lassen,
noch auch bei den Zöglingen dulden; wenn andererseits Schule und Haus
der Ehrerbietung gegen den andern Teil sowohl sich selbst befleißen, als
auch von den Zöglingen fordern.
19. Das geschieht ferner, wenn einerseits Schule und Haus sich nicht
in solche Angelegenheiten des andern Teiles mischen, in denen dieser allein
kompetent ist; wenn andererseits ein Teil des andern gerechte Anforde
rungen gerne anerkennt, ihnen selbst willig folge gebe und sie bei den
Zöglingen kräftig unterstützt. (Haus- und Schulordnung, häusliche Ar
beiten, Fleiß, Pünktlichkeit, Reinlichkeit u. s. w.)
20. Die Schule unterstützt das Haus bei der Erziehung, wenn sie
sich maßvoll um das Ergehen der Zöglinge und ihrer Angehörigen be
kümmert und an ihren Freuden und Leiden liebevoll teilnimmt.
21. Umgekehrt ebenso, bezüglich des Verhaltens der Schuleltern
gegen Person und Familie des Lehrers.
22. Das Haus unterstützt die Schule bei der Erziehungsarbeit,
wenn es sich gerne zur Teilnahme an öffentlichen Schulangelegenheiten,
wie Prüfungen, Schulfeiern, Schulfesten u. drgl. heranziehen läßt.
23. Kann die Schule bei der Erziehung auch nicht durchweg in
demselben Maße wie das Haus den individuellen Veranlagungen und
Begabungen der jungen Menschenkinder Rechnung tragen, so wird sie
dieselben doch auch nicht ganz übersehen dürfen.
24. Die Schule muß auch außer der Schulzeit ihr Auge auf die
Zöglinge richten und darf deren Umgang, Arbeiten, Thun und Treiben
nicht ihrer aufmerksamen und liebevollen Überwachung entgehen lassen;
allerdings mit der Beschränkung, soweit dies möglich ist.
25. Die Schule hat die Pfficht, gegebenen Falles störenden Vor
urteilen, falschen Beurteilungen und Mißverständnissen bei den Schuleltern
durch direkte und indirekte Einwirkungen auf dieselben entgegenzutreten
und jene schädlichen Einflüsse möglichst zu beseitigen.
26. Bei den älteren Kindern soll eine regelmäßige und lebendige
Teilnahme an den öffentlichen Gottesdiensten angestrebt und erwirkt werden.
27. Bei sittlichen Vergehen der Kinder (Geschlechtssünden rc.), deren

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