1883. tfo. 2.
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für die deutsche Schule.
Organ des Deutschen Evangelischen Schulvereins.
Erscheint am 15. jedes Monats und wird den Mitgliedern gratis und franko geliefert.
Für Nichtmitglieder Preis des Jahrgangs 4 M. Alle Buchhandlungen und Post«
anstalten nehmen Bestellungen an. — Beiträge für das Blatt sind an den Her
ausgeber, Inserate für den Umschlag an die Derlagshandlung zu senden.
Für letztere wird die Petitzeile oder deren Raum mit 30 Pf. berechnet. — Anmel
dungen für den Verein sind an dessen Schriftführer, Lehrer Sielaff in Stettin,
Pölitzerstraße 94 zu richten. Die Jahresbeiträge (3 M.) nimmt der Kassierer,
Gymnasial - Elementarlehrer Lüttschwager zu Treptow a. Rega entgegen.
Die Pflege des Volksgesanges in Gesangvereinen.
Von Lehrer C. Horcher in Gelsenkirchen.
Es ist schon oft ausgesprochen, und doch sagt man es nie zu oft,
daß das deutsche Volk, was man bei ihm gemütvoll nennt, zu allermeist
dem Volksgesange verdankt. Von seinem Ursprünge aus ist das deutsche
Volk ein Singvolk. Darin unterscheidet es sich wesentlich von allen andern
Nationen. Die alten Gallier und Britten hatten bestellte und beamtete
Sänger; die alten Deutschen hatten deren nicht: das Volk sang selbst.
Wenn in einem geselligen Kreise in Frankreich gesungen werden soll, so
läßt man sich auch jetzt noch Sänger kommen, während nach deutscher
Weise die Gesellschaft bei uns dies Geschäft selbst übernimmt. Leider ist
diese schöne Sitte vielfach im Rückgang begriffen. In vielen Gegenden
war es noch vor einem Menschenalter so, aber Eile und Hast des Fabrik-
wesens mit ihrem alles übertönenden Lärm hat den Gesang mehr und
mehr verstummen lassen. Sie füllen nicht bloß die Luft, sondern auch
das Herz. Wären nicht die Vögel des Waldes gleich geblieben und auf
den Feldfluren die früh und fpät unermüdlichen Lerchen und andere
ihrer Genossen, so wüßte man an manchen Orten — etwa die Kirche
und Schule ausgenommen — kaum noch etwas von Gesang. Die Franzosen
herrschaft zu Anfang dieses Jahrhunderts im Verein mit der Maul
wurfsarbeit vaterlandsloser Römlinge heutiger Zeit hat, wie so manchen
edlen Zug, auch das Liederleben unseres Volkes stark verwischt. Hat es
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