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Settau,
testamentlichen: „Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel
vollkommen ist."
S. 32 7. Wie leicht läßt sich aus der Forderung: „Gieb mir,
mein Sohn, dein Herz" das Ziel der christlichen Erziehung herausstellen!
— „Charakterstärke der Sittlichkeit ist die Bedingung rc." Herbartische
Wirbel! Auf S. 298 ff. des Jahrg. 1881 findet sich durchaus kein
„schülerhafter Fehler gegen die Logik". Herr Gl. hat übersehen, daß
dort folgendes behauptet ist: „Oberflächlich angesehen, scheint es so,
in Wirklichkeit sind die betreffenden Ziele (samt den dazu gehörigen
Mitteln) sehr verschieden".
S. 328: „Intelligenz scheint den Herbartianern höher zu stehen
als Religiosität." Wie äußert sich doch Ziller darüber? „Volle Ruhe
und dauernden Frieden können die religiösen Gefühle für sich allein nicht
geben." — „Das Glück der innern Ruhe und Zufriedenheit, das uns
treu bleibt unter allen Schicksalen und Glückswechseln, erlangt man nur
durch wahre Bildung."
S. 328 u.: „Wieder ein logischer Fehler"! Keineswegs! Der leicht
erkennbare Sinn meiner Auseinandersetzungen der betreffenden Stelle ist
ja der: Es giebt — „erfahrungsgemäß" (S. 322) — leider gar viele
Leute, die eine vielseitige Bildung besitzen ohne Charakterstärke der Sittlich
keit (Nihilisten), aber andererseits auch Christenleute mit „Charakter
stärke" rc. ohne Vielseitigkeit der Bildung. „Unmündige" (im bibl. Sinn)
haben oft mehr „Charakterstärke" als „Kluge". Matth. 11, 25.
S. 329: „Die beste Begründung der Vielseitigkeit des Unterrichts"
Eph. 4, 16: „Wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist,
Christus" rc. S. auch G. Baur, „Grundzüge".
S. 329 u.: Eine wunderliche Befürchtung, daß das an Stoffen
der Bibel gebildete sittliche Urteil verstummen könnte, „wenn ihm
Gutes und Böses entgegentritt, das auf andern Boden erwachsen ist."
S. 330: Statt „herauskatechisieren" allerdings besser: als Resultat
Herausstellen.
S. 331: „Ohne festgefügte Systematisierung der sittlich-religiösen
Urteile können leicht VerirrungZn eintreten." Herbartische Wirbel! Nicht
„die unmittelbare, zwingende Evidenz sittlich-religiöser Wahrheiten" ist
der „Erklärungsgrund des Zuges zu Jesu von einem Verständnis für
ihn in den Kinderseelen, sondern (gemäß der h. Schrift, z. B. Hebr.
12, 2, 1. Kor. 12, 3 rc.) allein das unmittelbare Wirken des h. Geistes.
„Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum
Christum meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann rc."

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