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Settern,
ihr thut, ihr esset oder trinket oder was ihr sonst thut, das thut alles
im Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn!"
„Betet ohne Unterlaß!" Ähnliche Forderungen in großer Fülle!
Und christliche „Erfahrung"? (vgl. S. 323) Augustin: „Das Gottes
wort hat so wunderbare Tiefen, daß unter der ersten eine zweite, unter
der zweiten immer eine dritte u. s. w." Herberger: „In meines Herzens
Grunde Dein Nam' und Kreuz allein funkelt allzeit und Stunde rc."
Wegelin: „Wo mein Schatz ist, komm' ich hin, da ist auch stets mein
Herz und Sinn in Hoffnung hingerichtet." Zinzendorf: „Ich habe nur
eine Passion, die ist Er, nur Er!" Viel tausend Zeugnisse derselben Art.
Wie ein Blümlein sich fortwährend hinheften muß auf das eine Sonnen
licht, so das Christenherz auf j)as ewige Licht der Gnadensonne; es muß
stets sein, wo sein Schatz ist. Gott will, daß Er und sein Wort der
Mittelpunkt unsers ganzen Lebens, unser Herz und Lebensgrund werden
soll. Das religiöse Element muß also auch Herz und Centrum unsers
gesamten Schulunterrichts werden. (Den Kindern selbstverständlich „Milch
und nicht starke Speise"!) Daß so viel tausend Christen einen Ekel haben
an dem „himmlischen Manna" (s. 4. Mos. 11, 6) und es ihnen „auf gleiche
Stufe mit dem Einmaleins gesunken", das ist ein Beweis von der Grund
verderbtheit unserer Natur (bez. des Mangels der Wiedergeburt!) Wie
die Summa und der Kern unserer Dogmatik: „Gott in Christo" —,
so ist Summa und Kern unserer Ethik: „Christus in uns allezeit!"
Wie schneidig und sanftmütig (je nachdem) und sieggewiß ist der „Zeugen
mut", wo diese Ethik zur Herrschaft gekommen, wie lahm muß er sein,
wo es nach Herbartischen Rezepten geht! — Bei dieser Gelegenheit bitte
ich zu achten auf einen Zug der innern Verwandtschaft zwischen
dem Herbartianismus und dem Geist der „Allgemeinen
Bestimmungen" des Exministers Falk, dem es auch widerstrebte,
das christlich-religiöse Element als Mittelpunkt und Herz unsers gesamten
Schulunterrichts hinzustellen, der es mehr mit dem Simultanismus und
Jnterkonfessionalismus hielt als mit dem Konfessionalismus, (eine Ge
sinnung, die sich in den „Allg. Best." nicht hat verstecken lassen!)
S. 336: „Der Glaube ist die größte Heldenthat, deren der Mensch
fähig." Dagegen Luther: „Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Ver
nunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu
ihm kommen kann rc." (Hebr. 12, 2: „Christus der Anfänger und Vollender
unsers Glaubens").
S. 337 u. Keine „falsche Auslegung" — sondern nach Röm. 15,18:

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