Abermals Herbart und Heebartianer.
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„Ich dürfte mich nicht unterstehen, etwas zu reden, wo es der Herr
Christus nicht in mir wirkte." — „Der Herr Christus redet inwendig,
und unterweiset das Herz der Lehrer, auf daß Er ihre Predigt kräftig
mache. Der Herr Christus redet inwendig zu den Herzen der Zuhörer,
auf daß sie die Predigten der Lehrer verstehen" — „Er ist die einige
Wahrheit und auch der einige Weg dazu, und dieser einige Weg
ist sein Leben." (Joh. 6, 14; S. Arnd, W. Chr. Bch. 5, Kap. 9.)
S. 338: „Wenn Christus den Kindern das Reich Gottes zuspricht,
so muß es keine Sünde sein, ihnen bei der Einsegnung (!) in Seinem
Namen auch das Wasser der Taufe zu geben; aber der Geistes
empfang ohne den Glauben ist nirgend zugesagt." Wer versteht das?
Herbartische Wirbel! (Etwa im Gegensatz zu unserer biblisch-evangelischen
Lehre, daß-der heil. Geist den Glauben in uns schafft?)
S. 339. Herr Glöckner und der Unterzeichnete werden wohl schwer
lich den alten Streit über Kreatianismus und Traducianismus zum Aus
trage bringen. Aber vielleicht könnten sie sich zunächst darüber einigen,
daß das Einhauchen des göttlichen Odems in den Menschen (1. Mos. 2, 7)
darauf hindeutet, „daß das persönliche Leben des Menschen aus Gott
stamme und er gerade darin, daß er eine Person ist, mit Gott verwandt
sei" (Gerlach). Die Angabe 1. Mos. 5, 4: „Adam zeugte einen Sohn,
der seinem Bilde ähnlich war" — enthält keine Hindeutung auf den
Sündenfall, sondern vielmehr auf die Fortdauer des göttlichen Eben
bildes. —
Zeigt nicht die Kindesseele das Bild der Gottähnlichkeit reiner und
ist darum im allgemeinen leichter für das Göttliche zu gewinnen als
die der Erwachsenen? (Vergl. Hamann in einem Briefe an Jacobi:
„Werdet wie die Kinder! heißt schwerlich so viel als: habt Vernunft,
deutliche Begriffe! Gesetz und Propheten gehen auf Leidenschaft von
ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Küsten, auf Liebe rc." —
„Die Kinder, welchen das Gefühl der Hülflosigkeit und die Unbefangen
heit durch ihre natürliche Schwäche und Unerfahrenheit erleichtert wird,
können am leichtesten in das Reich Gottes eingehen" (Gerlach).
„Was ist zu machen, wenn die Kindlein nicht mehr wirklich kinder
lich sind?" Nun dann alles thun, was möglich, um den rechten Kinder
sinn wieder herzustellen: Mit den Kindern in gutem Glauben von Gott
reden und mit Gott von den Kindern! letzteres ist bekanntlich noch wirk
samer als ersteres!
Wie! die alttestamentlichen Geschichten (die auf die Unterstufe der

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