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Wächtler.
stehe, durchaus nicht genüge, wenn dieselbe anhangsweise bei der biblischen
und Kirchengeschichte einmal zur Sprache komme, oder gelegentlich im
Katechismusnnterrichte, z. B. bei der zweiten Bitte, erwähnt werde.
Es sei aber auch nicht nötig, daß dieselbe in unseren Schulen als beson
deres Lehrfach behandelt werde; in verschiedenen Disziplinen der Volks
und höheren Schulen biete sich vielmehr reiche Gelegenheit, die
Mission zur Sprache zu bringen und Verständnis und Liebe für dies
große Werk zu wecken. Im Religionsunterricht sei schon auf die Missions
gedanken des alten Testaments, in der Geschichte wie bei den Propheten
hinzuweisen, ebenso im neuen Testamente, namentlich die Apostel
geschichte sei als Missionsgeschichte zu behandeln und gerade
in dieser biete sich durch Bezugnahme auf die Vorgänge der alten Ge
schichte, durch welche das ganze Terrain den Schülern schon bekannt sei,
ein großer Reichtum des interessantesten Stoffes. Der Unterricht in der
Geographie werde durch die Beziehung zur Mission belebt und ver
tieft; ebenso verhalte es sich mit dem Unterricht in der Geschichte, zumal
unsrer vaterländischen Geschichte, in welcher Germanisieren und
Christianisieren immer zusammengehen.
An geeigneten Hilfsmitteln zu solchem Unterrichte fehle es nicht.
Wenn auch nicht, wie auf dem Waisenhause in Halle, für jede Schule
der kostspielige Missionsatlas von Grundemann angeschafft werden
könnte, so werde die kleine Missionskarte von demselben (kürzlich wieder
neu herausgegeben und für 10 Pf. zu haben) in keiner Schulklasse fehlen
dürfen. Eine kleine Missionsbibliothek sei leicht zu beschaffen.
Wenn der Missionssinn bei den Kindern geweckt, werde durch sie
die Verbreitung der Missionsschriften wesentlich erleichtert, die Samm
lungen für die Mission beträchtlich gefördert werden. Sehr empfehlens
wert sei es, daß das Interesse der Kinder schon in der Schule durch
persönliche Beziehung zu einem Missionsgebiete, nicht nur zu einer Station
und zu einem Missionar belebt werde, damit sie dadurch in direkte Ver
bindung mit dem großen ganzen Werke gesetzt werdem Sollten dann
Schüler den Entschluß fassen, in den Dienst der Mission zu treten, so
würden die Lehrer ihnen mit ihrem Rate erfolgreich dienen können.
Die anregenden Ausführungen erwiesen sich schon für die folgende Be
sprechung in hohem Maße fruchtbar. Es wurde namentlich betont, daß
bei den Lehrern das Interesse für die Mission geweckt wer
denmüsse, und von verschiedenen Seiten (Warneck, Schulze, Martius)
gewünscht, daß das vorliegende Thema aus den Lehrerkonferenzen behandelt

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