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Verhandlungen des Berliner Lokalvereins
hat, das Berliner Schulwesen gründlichst kennen zu lernen, wendet sich
nunmehr zu den Elementarschulen und speziell zu den Gemeindeschulen.
Im großen und ganzen verdankt das preußische Schulwesen, und
das Volksschulwesen ganz insbesondere, seinen Ruhm Männern, die ent
weder selbst Geistliche waren oder doch wenigstens aus dem geistlichen
Stande hervorgegangen sind. Mögen nun immerhin Versündigungen
gegen Schule und Lehrer auf Seiten der Geistlichen vorgekommen sein;
so haben doch auch die Lehrer gefehlt, und das Fehlen wird bleiben,
so lange wir in diesem sterblichen Leibe wallen. Sicherlich aber ist der
Gewinn für die Schule, den sie aus dem Tausch der geistlichen gegen
weltliche Schulinspektoren gezogen hat, keineswegs so hoch anzuschlagen,
als der Liberalismus in seiner kurzsichtigen Verblendung meint, und die
Lehrerwelt hat durch ihr unvernünftiges Geschrei nach Emanzipation
von der Kirche sich nur der natürlichsten und im allgemeinen doch auch
besten Berater beraubt.*) Dies gilt auch von den Berliner Volksschulen
und den Berliner Gemeindeschullehrern. Moritz Fürbringer, weiland
Stadtschulrat und Dirigent des Berliner Volksschulwesens, war ein
Geistlicher und hat unsere niederen Schulen mit großer Umsicht und
vielem Segen geleitet. Die Männer aber, welche gegenwärtig an der
Spitze des Berliner Volksschulwesens stehen, sind zum größten Teil
ehemalige Lehrer höherer Lehranstalten!
Wenn nun auch nicht zu leugnen ist, daß unsere Berliner Volks
schulen einen großen Aufschwung genommen haben; ja daß sie z. Z.
vielleicht unübertroffen in der Welt dastehen, so kranken sie doch ganz
unverkennbar auch, und in sehr hohem Maße, an denjenigen Mängeln,
an denen unser gesamtes preußisches Volksschulwesen seit der neuen Aera
leidet. Es herrscht in unseren Tagen eine große Unruhe und Ungeduld,
ein gewaltsames Vorwärtsdrängen und Stoßen, und dies kann das stille
Werk der Erziehung durchaus nicht ertragen. Darum fort mit all den
in den Berliner Gemeindeschulen so beliebt gewordenen Konkurrenzarbeiten!
Sie gehören durchaus nicht in die Schulstube, ebensowenig als in die
Lehrlingszeit. Fort mit all der Überspannung und Überbürdung der
Geisteskräfte; weg mit aller Dampfkraft und Dampfarbeit auf dem
Gebiete der Schule und der Erziehung! Sie kennzeichnen unsere höheren
Schulen, sie sind heute auch auf unser Volksschulwesen übertragen. Dieses
Hasten im Unterricht, wie es heutigen Tages der Lehrplan unserer
*) NB. Worte eines Element« rlehrers, die man bei der Betrachtung
der Dörpfeldschen einschlägigen Betrachtungen nicht unbeachtet lassen darf. Die Red,

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