Beilage zum Evangelischen Schulblatt.
Deutsche Schutzeitung.
1. Februar 1870.
Corrtspondenzen.
Bericht über die 1. Versammlung der Schulvorsteher und Lehrer der Kreise
Elberfeld, Barmen und Mettmann.
(Schluß.)
Bei der Frage, ob der Ortspfarrer Mitglied, event. Präses des Schulvorstandes
sein solle, bemerkte der Landrath des Kreises Mettmann, Freiherr von der Goltz, daß
er es im Blick auf die Landgemeinden in den östlichen Provinzen für rathsam, ja nöthig
hielte, daß der Pastor Mitglied, event. Präses sei; in den hiesigen Gegenden möchte
man schon eher ohne ihn fertig werden können. Dagegen war er nicht dafür, daß der
Bürgermeister per 86 Mitglied des Schulvorstandes sei. Derselbe stünde der Schule
schon zu fern und könne auch meistens dieser Pflicht nicht gebührend nachkommen. Ein
Bürgermeister seines Kreises habe z. B. 13 Schulen in seiner Bürgermeisterei; da wäre
es ihm doch nicht möglich, in allen 13 Schulen seiner Pflicht als Schulvorsteher zu
genügen.
Bei näherem Eingehen auf den Vorschlag, daß in der Repräsentation neben der
Schulgemeinde die Kirche und die bürgerliche Gemeinde vertreten sein müsse, meinte der
Herr Landrath, daß die Consequenz des Schulreorganisationsplanes im Sinne der Schrift
von Dörpfeld eine solche Theilung nicht zuließe.
Wenn die Schulgemeinde eine freie, möglichst selbstständige Genossenschaft bilden
solle, so müffe ste auch ihre Vertreter nur aus ihren eigenen Genossen wählen dürfen.
Er könne nicht einsehen, warum man diese Consequenz, die doch von selbst gegeben zu
sein schiene, nicht zu ziehen wage; er sehe darin für die Kirche und die bürgerliche Ge
meinde nichts Bedenkliches.
Nachdem Hr. Lehrer Dörpfeld hierauf das Erforderliche erwiedert hatte — was
Ref. aber nicht genau und ausführlich wiedergeben kann — ging man schließlich dazu
über, die Rechte der Schulgemeinde zu besprechen.
Zum ersten Punkt: das Recht der Lehrerwahl durch die Repräsentation und den
Schulvorstand, nahm Herr Superintendent Heymer wieder das Wort. Er bemühte sich,
der Versammlung zu beweisen, daß die Schulgemeinde das Recht der Lehrerwahl, bez.
Präsentirung einer Dreizahl, hier zu Lande ja seit langer Zeit habe und ausübe, indem
der Ortsschulvorstand sammt den zeitigen und gewesenen Presbytern innerhalb des
Schulbezirks die Lehrer wähle. Die verlangte neue Schulrepräsentation würde der
größeren Mehrzahl nach in der Regel wohl aus denselben Personen bestehen, die auch
im Presbyterium gesessen oder zur Zeit säßen. Man möge also doch keine
unnöthigen Neuerungen machen, sondern das Bestehende und als gut Erprobte zu er
halten suchen.
Hierauf erwiederte Lehrer Dörpfeld: Das seither hier bestandene Recht der Lehrer-

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