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Kleinere Mittheilungen.
Preis - Arb eiten. Es sind 7 Preis-Arbeiten über die Frage: „Wie
soll ein junger Lehrer in den nächsten Jahren nach der Seminarzeit sich theoretisch und
praktisch * für seinen Beruf fortzubilden suchen?" eingesandt worden, aus Rheinland,
Westfalen, Hannover, Schlesien und Rheinpfalz. — Da die Kriegs -Ereignisse die
Durchsicht derselben verzögern, so ersuche ich die Herrn Concurrenten, sich noch einige
Zeit gedulden zu wollen.
Fild im Januar 1871. Steins.
Aus Wesel berichtet die Kölnische Zeitung vom 20. Januar: „An der hiesigeu
Elementarschule, deren Reorganisation seit langer Zeit dringendes Bedürfniß war, soll
ein Rector mit 800 Thlr. Gehalt angestellt werden. Die Vorschule des hiesigen
Gymnasiums, welche in voller Blüthe steht, wurde in diesen Tagen organisch mit dem
Gymnasium verbunden, somit auf den Gymnasial-Etat übernommen." Da, so viel
uns bekannt, die Stadt Wesel des Hauptlehrer-Jnstituts entbehrt, so wird zur Erzielung
eines einheitlichen Schulorganismus die Anstellung eines Rektors gewiß von Bedeutung
sein. Nur möchten wir wünschen, daß die Stelle womöglich mit einem Elementarleh
rer besetzt würde. Ferner würde es sich empfehlen, zugleich mit der Einführung des
Rektorats auch nach einer andern Richtung den Ausbau des Schulwesens in Angriff
zu nehmen, nehmlich durch Gründung einer „Mittelschule" den Bedürfnissen der Hand
werker und ähnlich situirter Schul-Jnteressenten in Bettefs der allgemeinen Bildung
ihrer Kinder in entsprechender Weise zu genügen. —
Aus Prag schreibt die Kreuzzeitung: Im Turnauer Schulbezirk wurden sämmt
liche Schulen gestern geschlossen, weil den Lehrern aus den Bezirks-Schulrathskassen
das Gehalt nicht ausgezahlt werden konnte. —
Aus München schreibt dasselbe Blatt: An die Kammer der Abgeordneten ist
heute zum ersten Mal die Frage der Communalschulen herangetreten; indem eine
Anzahl katholischer Dekane in der Pfalz gegen eine Verordnung des Cultusministeriums
Beschwerde führte, durch welche die Einführung solcher Schulen in der Pfalz freigegeben
worden war, während positive Gesetzesbestimmungen (selbst aus der Zeit herrührend,
da jene Provinz noch französisch war) dem entgegenstehen. Der Beschwerde wurde von
den Liberalen nur mit formalen Gründen entgegengetreten, auf das Sachliche der
Frage über die Communalschulen gegenüber den confessionellen ließ bei dieser Gelegenheit
sich Niemand ein. Der Cultusminister v. Lutz vertheidigt den von seinem Amtsvorgänger aus
gegangenen Erlaß nur schwach, und ebenfalls nur von seiner formalen Seite, so daß selbst der
am Ministerüsche anwesende Handelsminister v. Schlör, als er in seiner Eigenschaft neben ihm
als Abgeordneter bei der Abstimmung aufgerufen wurde, sein Votum mit der Majo
rität zu Gunsten der Beschwerdeführer und für die Bitte an den König abgab, daß
Abhülfe getroffen werden möge.
Aus Breslau wird berichtet: „Die katholischen Schullehrer-Seminare in der
Provinz Schlesien sind, ungeachtet erst vor einigen Jahren in Pilchowitz eine 5. solche
Anstalt errichtet worden ist, nicht im Stande, die für die Provinz und die zur Diözese

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