W. Curtman.
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allgemein, nämlich nicht bloß für die Naturkunde, sondern auch für das hu
manistischen Gebiet und für den Neligionsunterricht gilt.
Der Schluß dieses Aufsatzes wird noch drei gesonderte Betrachtungen bringen:
1. Die Hauptgebrechen des dermaligen naturkundlichen Un
terrichts;
2. Das Verhältniß des Sprachunterrichts zum Sachunter-
richt;
3. Der naturkundliche Unterricht in der einklassigen Volks
schule. ' (Schluß folgt.)
Barmen. F. W. Dörpfeld.
II. Abtheilung. Beiträge in kürzerer und freier Form.
Ueber das Leben und die pädagogischen Ansichten von W. Curtman,
weiland Direktor des evang. Schullehrerseminars zu Friedberg.
(Von K. Strack, Pfarrer, Dekan und Kreisschulc.).
Wilhelm Jakob Georg Curtman ist geboren den 3. März 1802 in
dem oberhessischen Städtchen Alsfeld, wo sein Vater Schulrector und später Pfarrer
war. Der Knabe offenbarte schon frühe nicht gewöhnliche Geistesanlagen und solche
wurden 'auch von dem Vater gehegt und gepflegt. Nach kaum vollendetem vierten
Jahre konnte er mit ziemlicher Fertigkeit lesen und am Ende des fünften hatte er eine
nicht geringe Anzahl lateinischer Vocabeln und geschichtlicher Thatsachen seinem Gedächt
nisse eingeprägt. Sein Ehrgeiz und mit demselben sein Lerneifer wurde dadurch nicht
wenig genährt, daß sein Vater noch andere Zöglinge unterrichtete, hinter denen Curt
man nicht zurückbleiben wollte. Eine liebevolle und doch nicht nachsichtige und schwache
Mutter milderte bie übergroße Strenge des Vaters. Der Unterricht desselben war ein
einseitiger, da er das Lateinische allzusehr bevorzugte, namentlich, wenn man das Alter
Curtmans bedenkt. Diese Einseitigkeit wurde einigermaßen durch den Besuch der
Stadtschule bis in das neunte Jahr neutralisirt. Curtman selbst fand größeres Wohl
gefallen an der Geographie, der Geschichte und dem Rechnen. Am schwierigsten wurde
ihm das Memoriren des Katechismus, wogegen er eine gewisse Abneigung empfand.
Es war diese Arbeit wohl allzu prosaisch für den poetisch gestimmten Knaben. In sei
nem 10. Jahre declamirte derselbe ein selbstverfertigtes Gedicht auf Napoleon, von
dessen Größe damals manches feurige jugendliche Gemüth bezaubert wurde. Bald dar
auf wurde der Vater auf die benachbarte Pfarrei Eudorf versetzt, wo er sich noch mehr
als in Alsfeld mit dem Unterricht beschäftigen konnte. Curtman kam im Frühjahr
1816 in das Gymnasium zu Gießen, und zwar in die oberste der damals bestehen
den vier Klassen und wiewohl der jüngste oder einer der jüngsten unter seinen Kame
raden war er bald einer der hervorragendsten. Der damalige Direktor, Professor S-bau-
mann, welcher den Unterricht im deutscben Styl bei der obersten Klasse übernommen
hatte, bemertte die in den Aufsätzen und in poetischen Versuchen sich kundgebende Bega-

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