A78
Deutsche Schulzeitung.
1779 und ins Lehramt entsendet 1397 Zöglinge; die übrigen sind vor beendigter
Ausbildung entlassen oder gestorben.
In den nach der Rede des Dir. Mahraun folgenden Glückwünschen von Seiten
des Hr. Geh. Rath W., des Hrn. Oberpräsidenten v. Horn, des Hrn. Prov.-
Schulr. Dr. Siegert rc. war ein Zweifaches ungemein erfreulich; 1) die aus allen
Worten der Gratulantei, auf's unzweideutigste hervorleuchtende Liebe zur Volksschule,
2) die fort und fort wiederholte dringliche Mahnung, festzuhalten an Gottes Wort,
als dem alleinigen Grunde alles zeitlichen und ewigen Heils, insbesondere auch der
guten Volksbildung. Hervorzuheben wäre noch, daß das älteste Mitglied des Lehrer
collegiums, Mnsiklehrer Waldbach, den Titel „Musikdirektor" erhielt.
Derselbe Ton, der in der Festrede und in den Glückwünschen geherrscht, klang
auch, — selbstverständlich durch leichtere Fröhlichkeit nüancirt —, in den Toasten,
die bei dem Festmahle in der Turnhalle des Sem. ausgebracht wurden. Dieses
fröhliche Beisammensein hat noch die Anregung zu einem guten Werke gegeben. Da
der größte Theil der c. 200 Tischgenossen aus ehemaligen Schülern und Freunden
rc. Sluymer's bestand, so war es natürlich, daß von diesem theuern Lehrer viel die
Rede war, und es wurde von einer Seite der Vorschlag gemacht, Beiträge zu einem
Denkmal desselben zu samineln. Bald war man aber darüber einig, sein Andenken
dadurch zu ehren und dauernder zu machen, daß auf seinen Namen eine Stiftung
gegründet würde, aus welcher Lehrerwaisen oder auch strebsame jüngere Lehrer zum
Zweck ihrer weitern Fortbildung Unterstützungen erhalten könnten. — Auch wurden
von der Festgesellschaft Begrüßungstelegramme an Se. Maj. den Kaiser
nach Ems und an den Hrn. Cultus min ist er nach Berlin abgeschickt. Ersterer
erwiderte den Gruß umgehend, und sprach einen Glückwunsch aus.
Das Fest wurde durch einen gemeinschaftlichen Spaziergang nach einem nahen
Wäldchen beschlossen. Die Sonne leuchtete dazu freundlich und die Luft war lieblich,
wie im Mai, ein großer Theil der Bevölkerung von Pr. Eylau war gleichfalls
draußen, und unter traulichen Reden, Gesängen rc. verflossen die letzten Stunden
des schönen Tages gar schnell. Das Beisammensein in dem Wäldchen gestaltete sich
zu einem wirklichen Volksfeste.
Referent darf wohl behaupten, daß jedem der Festtheilnehmer Freude und Er
quickung vollauf zu theil geworden und wohl kaum einer unbefriedigt heimgekehrt ist.
Nachzuholen wäre noch, daß der Geheime Oberregierungsrath Wätzoldt vor
der Feier des Jubelfestes mehrere (5) Seminare unserer Provinz revidirt und über
all sowohl durch seine Sachkenntniß als auch durch große Freundlichkeit aufmunternd
und anregend gewirkt hat. Daß er vorzugsweise die Gegenstände, welche in der
sogenannten regulativischen Zeit etwas im Hintergründe standen, wie Pädagogik, Ge
schichte, Raumlehre, Physik, Chemie rc. ins Auge faßte, gewährt uns eine Bürgschaft
dafür, daß es unserer höchsten Schulbehörde ein rechter Ernst um die allseitige und
tiefere Bildung unseres Volkes ist.
K. im Juni 1874. L.
Eröffnung des Seminars zu Ottweiler.
Indem am 16. Juni d. I. die Eröffnung des neu errichteten Lehrerseminars
zu Ottweiler stattgefunden hat, ist durch die Fürsorge des Staates der evangelischen
Volksschule unseres Rheinlandes abermals eine neue Vor- und Zubereitungsstätte ge-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.