Bücherschau.

Nr. 1 der oben angezeigten Schriften enthält, wie sein Titel besagt, 132
Geschichtsbilder, die dem gesummten Gebiete der Weltgeschichte angehören und
unter Benutzung „der besten Geschichtswerke (von Ferd. Schmidt, Andrä, Walter,
Becker, Stacke, Bäßler, Grube, Wernicke, Hennig, Klopp, Raumer, Kohlrausch,
u. A.)"und, wo es irgend nur möglich, unter Beibehaltung „deren vortrefflicher
Ausdrucks- und Darstellungsweise" von dem genannten Herausgeber zu „in sich
abgeschlossenen Ganzen abgerundet worden sind." Das Buch „soll Lehrern aus
solchen Schulanstalten und Classen, in denen kein systematischer Geschichtsunter
richt ertheilt wird, zum Vorerzählen und Schülern zur Lectüre dienen. Jeder
Lehrer soll nach dem Bedürfnisse seiner Classe diejenigen „Bilder" auswählen,
welche ihm geeignet erscheinen. Im Allgemeinen erachtet der Vers, den Stoff für
„gute Volks- und Bürgerschulen, wohl auch höhere Töchterschulen und die Unter
classen von Gymnasien und Realschulen, für vollkommen ausreichend." Darü
ber, daß der Geschichtsunterricht mit ausgewählten Geschichten aus der
Geschichte beginne, ist wohl Niemand mehr in Zweifel. Aber daß er auch in
Bürgerschulen, höhern Töchterschulen rc. eben nur in unverbundenen Geschichten
bestehen soll, widerspricht dem Begriffe der Geschichte und dem ange
führten Zwecke des Geschichtsunterrichts. Wie das Walten Gottes
auf der untern Stufe in einzelnen Abschnitten in speciellen hervortretenden Fällen,
so soll es auf einer höhere Stufe in dem Verlaufe der Geschichte er
kannt werden, weshalb auf dieser eine ergänzende Verbindung durch einen die
Abschnitte verbindenden Faden nothwendig ist. Es verhält sich bei dem Unterrichte
in der Weltgeschichte gerade so wie mit dem in der biblischen Geschichte, der eben
falls zunächst mit dem Kinde nahe liegenden biblischen Geschichten beginnt, die
dann auf einer höheren Stufe zu einer biblischen Geschichte und im weitern Ver
laufe zu einer Geschichte des Reiches Gottes sich verbinden. Der Vers, hätte
sich ein großes Verdienst erworben, wenn er eine Auswahl von Geschichten
für den ersten Geschichtsunterricht nach pädagogischen Grundsätzen
getroffen und als Muster bearbeitet hätte. Das Hauptgewicht in den
Bildern legt der Vers, auf „die Darlegung geistiger Zustände, menschlicher Cha
raktere, Gesinnungen und Entschlüsse." Er suchte „die Bilder in solcher Dar
stellung zu geben, daß die Jugend an ihnen erkennen kann, wie sich ein bedeu
tender Mensch entwickelt, wie er sich durch Anstrengung emporgearbeitet, wie er
sich in verschiedenen kritischen Lagen in Wort und Handlung benommen habe."
Dem gegenüber nimmt sich das Bild des Fürsten Bismarck auf 2 Seilen
und das des Grafen Moltke auf einer Seite doch etwas sonderbar aus,
namentlich wenn man diese Bilder mit denen von Männern des Alterthums
vergleicht, welchen der Vers. 6—8 Seiten einräumte. Nach unserm.Standpunkte
würden wir es dem Zwecke des Geschichtsunterrichts entsprechender gefunden haben
wenn der Vers, der die Jugend habe zeigen wollen, wie Gott von Zeit zu
Zeit Männer mit besondern Gaben ausrüstet, um sie zu besondern
Werkzeugen seiner Absichten und Pläne bei Leitung der Völker
zu machen, wie er denn auch von Zeit zuZeit nach seiner Weisheit
besondere Ereignisse zu gleichem Zwecke eintreten läßt.
Der Vers, hofft mit seinen Bildern „vielen, besonders jungen Lehrern die
Präparation auf die Geschichtsstunde einigermaßen zu erleichtern;" denn aus eig
ner, fast zwanzigjähriger Praxis weiß er, wie schwer es ist, gerade im Geschichts-
vortrage bei 10- bis 15jährigen Kindern das rechte Maß (das Rechte überhaupt)

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