General-Conferenz der belgischen evangelischen Lehrer.
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3) bestimmt, der Vorstand habe für die nächste Conferenz einen Referenten
zu gewinnen, der die Förderung des Thierschutzes durch die Schule zur
Besprechung einzuleiten habe. —
Beim Beginn der Nachmittagsverhandlungen wurden zunächst 2 Vorfragen
erledigt; die nächste Conferenz soll in Vohwinkel stattfinden, — die Zeit der-
selben sei dem Vorstande zu überlasten.
Dann erhielt H. Rektor Dörpfeld das Wort zu einem Vortrage über
„die Bedingungen der Primitiven Aufmerksamkeit."
Einleitend hebe ich schon hervor, daß es nur einem ausgezeichneten Referen
ten mit packenden Vortrage gelingen konnte, die unfreundliche Herbstnatur des
Saales vergessen zu machen. Daraus, daß dieß geschehen, folgt unzweifelhaft,
daß der Vortrag die Zuhörer fesselnd beherrschte.
Den reichen Vortrag auch nur einigermaßen eingehend vorzuführen, das
würde hier zu weit gehen. Ich hoffe aber doch, durch nachfolgende Skizze den
Mitgliedern der Conferenz behülstich zu sein, sich der reichen Gedanken aus der
Schulpraxis heraus erinnern zu können.
Referent hob einleitend zunächst hervor, daß er durch seinen Vortrag nicht
schlechthin etwas Neues vorführen werde. Der Inhalt finde sich zerstreut in
psychologischen Schriften, sodann auch speciell behandelt, wenn auch in etwas
anderer Form, als hier, in den vor Kurzem erschienenen „Vorlesungen über all
gemeine Pädagogik" von Prof. Ziller (Leipzig, bei H. Matthes). — Weiter ge
hört zur Einleitung, die Stelle genau zu bezeichnen, welche die „primitive"
Aufmerksamkeit auf dem Gebiete der Aufmerksamkeit überhaupt einnimmt.
Der Schüler ist „aufmerksam", wenn die Sache, die ihn beschäftigt, ihn
so in Anspruch nimmt, daß alle andern nicht zur Sache gehörenden Vorstellungen
zurückgedrängt worden sind. Aufmerksamkeit ist „Concentration des Be
wußtseins."
Die Aufmerksamkeit kann erstlich eine willkürliche sein; sie ist dann ab
hängig vom Willen des Kindes; hiervon soll nicht geredet werden. Sie kann
aber auch eine unwillkürliche sein; als solche ist sie entweder
a) ursprünglich (primitiv),
oder b) aneignend (appercipirend).
Die „primitive Aufmerksamkeit" ist bedingt durch die sinnlichen
Eindrücke: Dies auszuführen, war der alleinige Zweck des Referenten.
Wodurch erzielt man die Stärke und Anregung des sinnlichen
Eindrucks? Der Leser wolle die Antwort zwischen den Zeilen lesen!
1. lautes Sprechen — jedoch nicht Inonoton, mit Modulation
und ausdruckvoll;
2. Chorsprechen — an passender Stelle — namentlich bei den
Kleinen.
3. volle Beleuchtung — keine matten Farben rc.;
4. deutliche Zeichen — große deutliche Schriftzeichen, Druck rc.;
5. lebhafte Darstellung — selbst theilnehmend;
6. fröhliche Stimmung — das Gegentheil: trübe, träge.
A. Gehör.
B. Gesicht.
C. Persön
lichkeit des
Lehrers.

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