Was hat die Schule zu thun? rc.
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Jene Kette der oben erwähnten Thatsachen fordert nothwendig eine letzte
That, durch welche der Menschheit die verheißene Hülfe zn Theil wird.
Durch das Gesetz ist diese aus ihrer Sicherheit erweckt; die Sünde ist durch
Erkenntniß derselben lebendig geworden und bezeugt ihr Dasein durch das stra
fende Gewissen und den Unfrieden und die Angst des Herzens. In diesen
Zustand hat Gott die Menschheit nicht versetzt, damit sie darin verzweifle und
in ihrem Elende untergehe, sondern daß sie sich nach Hülfe sehne und die dar
gebotene Hülfe willig und freudig ergreife. Dieser erweckten Sehnsucht nach
Errettung muß Erfüllung werden. Aus der Menschheit selbst kann die Hülfe
nicht kommen, denn jeder Einzelne in ihr ist ein krankes Glied eines kranken
Leibes, der eines Arztes bedarf?) Da bietet Gott der Menschheit Hülfe und
Rettung an in und durch Jesus Christus. Er, Gottes eingeborner Sohn,
der, wie der Rathschluß Gottes zur Erlösung von Ewigkeit her gewesen ist, tritt
als des Menschen Sohn ein in die sündige Welt, da die Zeit erfüllet war
und die Vorbereitungen Gottes zur Erlösung in dem allgemeinen Verlangen
nach Hülfe ihren Zweck erreicht hatten. Als wahrhaftiger Mensch unterwirft er
sich dem Entwickelungsgänge des menschlichen Lebens, erfährt an sich alle
Schwächen und Gebrechen desselben, hat alle Beschwerden und Mühseligkeiten
des Lebens zu tragen, alle Versuchungen in demselben zu bestehen, und ist so in
Allem uns gleich geworden. Zugleich aber stellt sich in ihm, dem Sohne
Gottes, ein ununterbrochenes Leben in Gott dar, das während seines Daseins
in der Welt in jedem Augenblicke in gleicher Weise hervortritt und das da be'
zeugt: „In ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig". So verbindet
sich in seiner Person menschliches Sein mit allen Schwächen und Gebrechen
und göttliches Leben mit aller Herrlichkeit und Seligkeit zu einer unzertrenn
lichen Einheit. Als des Menschen Sohn tritt er der Menschheit nahe, der er
als Gottes Sohn Hülfe bringen will.
Die Sünde aber mußte den Sündlosen und Reinen hassen, der gekommen
war, der Schlange den Kopf zu zertreten. Dadurch, daß sie den Erlöser an
das Kreuz schlägt, vollbringt sie ihre äußerste That. Sie hat das Aeußerste
gethan, was sie nur thun konnte. Er aber, der keine Sünde gethan hat und
in dessen Munde kein Betrug erfunden worden, läßt mit vollem Bewußtsein die
ganze Macht der Sünde auf sich einwirken. Er schalt nicht wieder, da er ge
scholten ward; er drohete nicht, da er litte. So hat die Sünde nicht ihn über
wunden, sondern liebend und duldend, leidend und sterbend hat er sie über
wunden. Wie er aber in seinem Tode die Macht der Sünde bricht, so erwirkt
er durch denselben zugleich auch für die schuldige Vergangenheit Ver
gebung. Jes. 53, 5. „Er ist um unserer Missethat willen verwundet und
um uuserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, aus daß
wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilet". Col. 2, 14.
„Er hat ausgetilget die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzun
gen entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel gethan und
an das Kreuz geheftet." Wie aber der Tod die Sündenschuld des Menschen
geschlechts tilgt, so stellt die Auferstehung das neue Leben dar, das nun von
Ihm aus erneuernd und heiligend die in seine Gemeinschaft eintretende, von
*) Ps. 49, 8. 9. Kann doch ein Bruder Niemand erlösen, noch Gott Jemand ver
söhnen; denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlöseu, daß er es muß lassen anstehen ewiglich.

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