Was hat die Schule zu thun? rc.
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fachen im Herzen ist, ist oben schon gesagt worden. Es ist also hier der Glaube
das durch den heiligen Geist bewirkte Erleben göttlicher Thatsachen, durch
welche die Welt erlöst ist, in dem eigenen Herzen.*)
In der christlichen Kirche ist uns in der Aier der in einer bestimmten
Folge auftretenden Sonn- und Festtage, in dem Gebrauche ihrer Heilsgüter
und Heilsanstalten die Gelegenheit geboten, das erlösende Leben und Wirken,
Leiden und Sterben rc. des Heilandes unter Mitwirkung des heiligen Geistes
uns anzueignen. Durch das Gesetz führt uns derselbe in ernster Selbstprüfung
zur Erkenntniß unserer Sünden; durch das Evangelium ladet er uns ein, uns
durch Christus, der sich als Heiland und Erlöser uns anbietet, mit Gott ver
söhnen zu lassen. Die Freiheit des Menschen aber verlangt, daß ihm das Heil
nicht aufgedrungen werde, sondern daß er, von Sehnsucht getrieben, es suche
und die Gnade Gottes, die ihm in Christo angeboten wird, vertrauensvoll ergreife.
Wie er sich zuvor frei entschlossen hat zur Sünde, so muß er sich nun auch zur
Aufnahme des sich ihm anbietenden Erlösers von der Sünde frei entschließen.
Zum Ergreifen des Erlösers aber werden wir geschickt durch das Gebet. In
dem rechten Gebete um und mit Reue über unsere Sünde und Verlangen nach
Hülfe, um ein offenes, vertrauensvolles und hingebendes Herz, und mit einem
solchen Herzen nahen wir uns zu Gott, unserm Erlöser. Er aber selbst kommt
zu uns und theilt sich uns mit in Wort und Sakrament. So mit ihm
eins geworden, ist er für uns nicht mehr Erlöser der Welt im Allgemeinen,
sondern er ist nun unser Erlöser, dessen Verdienst in seinem Leben und Leiden,
in seinem Tode und Auferstehen rc. auch uns nun zu gute kommt. Sein Tod
sühnet nun auch unsere sündige Vergangenheit, „da er ein Opfer für die Sünde
geopfert hat, das ewiglich gilt." Ebr. 10, 12. In das mit Gott versöhnte
Herz aber verpflanzt der heilige Geist die Kraft des in der Auferstehung
Christi in seiner Fülle sich darstellenden, neuen Lebens, die in uns zu einem
Triebe wird, aus welchem heraus sich ein dem früheren entgegengesetztes Leben
entwickelt. Die alte Lust zur Sünde verschwindet, und an ihre Stelle tritt das
Streben, gesinnet zu werden, wie Jesus Christus gesinnet war. Es tritt
nun das umgekehrte Verhältniß zu früher ein. Jetzt ist nur noch die Sünde,
die früher herrschend war, in Augenblicken und wider unsern Willen als ein
Nachklang aus früherer Zeit da. Zwischen diesen Momenten aber zieht sich zu
sammenhangend ein Leben in Gott hindurch. „Ist Jemand in Christo,
so ist er eine neue Creatur; das Alte ist vergangen, siehe es ist Alles
neu geworden." 2 Cor. 5, 17. 18.
Was hat nun die Schule zu thun, um ihre Schüler zu dem Glauben
zu führen, der sie zu Theilnehmern an der Erlösung macht ?
An die Erfahrung kann sie sich in der Weise nicht wenden, wie sie sich
hinsichtlich des Vorhandenseins der Sünde an die Erfahrung ihrer Schüler wenden
kann. Denn die eben bezeichneten Erfahrungen an dem inneren Leben haben sie
noch nicht gemacht; sie können sie vollständig erst machen durch den vollen
und rechten Gebrauch der Heilsgüter als wirkliche Glieder der christlichen Kirche.
*) „Daß er dir geboren werde,
Und daß du sterbest dieser Erde
Und lebest ihm, nur dieses ja
Ist Bethlehem und Golgatha."
Rückert.

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