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Jeilage zum evangelischen Schulblatt.
Mitte Ängnst 1880.
Die Rede des Ministers von Puttkamer
im prcuß. Abgeordnetenhause am U. Febr. d. 3. über die disziplinarische
Haltung der VolKsschnüehrer.*)
(Nach dem stenogr. Bericht.)
In der Sitzung vom 11. Febr. hatte der Abgeordnete Seyffardt (Krefeld,
nat.-lib.) die Krefelder Simultanschulen zur Sprache gebracht und dieselben lebhaft
verteidigt. Nach ihm erhielt der Abgeordnete Di'. Lieber (Centrum) das Wort.
In seiner Rede (gegen Simultanschulen) berührte derselbe auch den bekannten Erlaß
der Regierung zu Oppeln vom 18. Dez. 1878 (in Betreff der disziplinarischen
Haltung der dortigen Lehrer), und bemerkte dabei: „Ich benutze die Gelegenheit,
um an den Hrn. Minister bezüglich dieses Erlasses eine Anfrage zu richten. Nach
dem großen und peinlichen Aufsehen, welches derselbe gemacht hat — auch in dieser
Sessioil ist ja bereits darüber verhandelt — ist es selbstverständlich, daß wir das
dringendste Interesse haben, zu erfahren, welche Folgen seitens der Unterrichtsver-
waltung diesem Erlaß gegeben worden sind, welche Maßnahmen namentlich auch
in den übrigen Regierungsbezirken der Monarchie daran geknüpft sind, und was
für Ergebnisse dieselben etwa gehabt haben mögen. Gewiß wird der Hr. Unterrichts
minister die Güte haben, diesem Bedürfnis mit einer gefälligen Erklärung auf
meine Frage entgegenzukommen. Ich zweifle nicht daran, und ich bitte ihn
darum." —- —
Hierauf nahm der Minister v. Puttkamer das Wort. In dem ersten
Teile seiner Rede äußerte er sich über die Simultanschulen — unter Berufung
auf das bekannte entschiedene Urteil v. Treitzschke's (gegen die Simultanschulen),
und ging dann im zweiten Teil auf die Anfrage des Abg. Dr. Lieber ein. Dieser
zweite Teil der Rede folgt hier.
*) Allen preuß. Lesern des Ev. Schulbl. ist diese Rede ohne Zweifel zur Genüge
bekannt, — auch nach ihrem stenograph. Wortlaute. Die nicht-preuß. Leser werden aber
nur so viel davon wissen, als die Zeitungen darüber berichtet haben. Da nun nächstens
dieser Rede eine nähere Besprechung in d. Bl. gewidmet werden soll, so macht es die Rücksicht
aus die letztern Leser notwendig, dieselbe hier auch in ihrem genauen Wortlaute nützn
teilen. D. Red.

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