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II. Abtheilung. Literarischer Wegweiser.
Menschen. —Von einer methodischen
Verarbeitung des Stoffes im Einzelnen
sieht das Büchlein ab.
Wir gestehen, daß wir uns mit einer
abgesonderten Behandlung der physischen
Geographie, wie sie hier vorliegt, nicht
befreunden können. Wir halten dafür,
daß bei der Behandlung der einzelnen
Länder und Landestheile in concreter
Weise die geographischen Begriffe zur
Anschauung gebracht werden müssen und
daß erst bei der Zusammenfassung der
Unterrichtsresultate in mehr allgemeiner
Weise nach Art des vorliegenden Buches
verfahren werden dürfe. Auch sind wir
der Meinung, daß es bei der Behandlung
der astronomischen Geographie methodisch
wichtig sei, nicht sofort in die Erklärung
der Erscheinungen auf Grund des coper-
nikanischen Systems einzutreten. Es
empfiehlt sich durchaus, daß man sich
zunächst auf genaue Darlegung alles
dessen beschränke, was der Augenschein
lehrt, daß man überhaupt möglichst den
selben Gang gehe, den die astronomische
Wissenschaft in ihrer historischen Ent
wickelung gegangen ist. Das vorliegende
Büchlein schließt einen derartigen Gang
nicht aus; aber es möchte gut sein, wenn
die ganze Anlage desselben in bestimmter
Weise hierzu nöthigte.
In den §§ 14—18 vermissen wir
eine genauere Entwickelung der Begriffe:
Hochland und Tiefland. Tiefland und
Tiefebene, und ebenso Hochland und
Hochplateau werden Seite 33 identificirt.
Die klare Herausstellung des Unter
schiedes von Hochland und Gebirge und
der Nachweis der großen Bedeutung der
erstgenannten Bodenform fehlt; die Be
schreibung der Gebirge nimmt einen rela
tiv breiten Raum ein; über die Formen
des Hochlandes ist nur beiläufig bei Be
sprechung der Gebirge die Rede, meist
in wenig durchsichtiger Weise. So lesen
wir z. B. Seite 39: „Das Plateau
gebirge ist eigentlich ein Hochland mit
kahlen, weitausgedehnten Rücken, die durch
Thäler und Spalten von einander ge
trennt sind." Und kurz vorher: „Ein
Randgebirge ist dasjenige, welches den
Uebergang vom Hochlande zum Tieflande
vermittelt. Es ist eigentlich kein Ge
birge, sondern nur der Rand des Hoch
landes und wird deshalb vom Hochlande
aus gar nicht gesehen; vom Tieflande
dagegen steigt es steil an." Man ver
gleiche hiermit die klaren Ausführungen
von Karl Ritter, etwa in der von H. A.
Daniel herausgegebenen „Allgemeinen
Erdkunde" des genannten großen Geo
graphen (Berlin bei Reimer), Seite
101 ff. — Jedenfalls ist der vorliegende
von dem Fleiße des Verfs. zeugende
Leitfaden nach den angedeuteten Seiten
hin weiterer Vervollkommnung bedürftig.
(3-)
Zur Nachricht für die HH. Mitarbeiter.
Wie im Schlußheft 1879 mitgetheilt wurde, habe ich aus Ge
sundheitsrücksichten und andern Erwägungen mein Schulamt in Barmen
niedergelegt. Mein neues Daheim ist das Landstädchen Gerresheim
(Station der berg.-märk. und der rhein. Eisenbahn) — eine Meile
ostwärts von Düsseldorf.
Die Beiträge für das Ev. Schulblatt und die Deutsche Schul
zeitung wolle man daher in Zukunft hierher adressiren.
Gerresheim, den 22. Nov. 1879.
F. W. Dörpfeld.

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