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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biographieen rc.
muß von innen' heraus erfolgen. Umwandelnde Wirkungen können durch Gewöh
nungen überhaupt nicht erzielt werden, sondern nur durch Bearbeitung resp.
Umänderung des Ideeninhalts eines Menschen." Schließlich wendet sich Verfasser
noch gegen die Art und Weise, mit welcher mehrfach die Opposition der Lehrer
einfach als eine „theoretische", welche durch das langjährige Bestehen einzelner
Schulsparkassen und durch deren günstige Wirkungen verurteilt sei, bezeichnet worden.
Unter Berufung auf Prof. Ziller weist er darauf hin, daß die Erfahrungen,
welche von den Freunden der Schulsparkasse als Gründe ins Feld geführt würden,
als unzureichende (im erziehlichen Sinne) zu betrachten seien. „Jemand, der weder
die geistige Individualität seiner Sparer kennt, noch Gelegenheit hat, die Einzelnen
fortgehend vielseitig zu beobachten, kann unmöglich beurteilen, aus welchen Motiven
das Kind spart, und ob diese Einrichtung auf die Charakterentwicklung desselben
günstig einwirkt." Außerdem sei zu bemerken, daß pädagogische Erfahrungen sich
nicht in so kurzen Zeitfristen gewinnen lassen, als solche der Arzt, der Landwirt
in ihrer Praxis machen können, sondern daß sie eine vieljährige, ununterbrochene
Beobachtung und seitens des Kritikers dabei eine gründliche Kenntnis des seelischen
Lebens, der individuellen Beanlagung und der übrigen erziehlichen Einflüsse, z. B.
des Elternhauses, zur Voraussetzung haben. Weil die Bedeutung der Schulsparkasse
hauptsächlich auf volkswirtschaftlichem Gebiete liege, der Schule aber aus der Ein
führung der genannten Einrichtung keine nennenswerte Förderung für die Lösung
ihrer erziehlichen Aufgaben erwachse, so habe sie trotz aller Sympathie für die
Angelegenheit eine ablehnende Haltung einzunehmen.
MtMtl. (Kleinkinderbewahrschule.) Nachdem bereits am 5. Dezember
1878 in dem nördlichen Stadtteile eine Kleinkinderbewahrschule eröffnet worden ist,
in welcher die noch nicht schulpslichtigen Kinder der arbeitenden Klassen von morgens
8 bis nachmittags 4 Uhr und im Sommer bis 6 Uhr gegen ein Schulgeld von
5 Pfg. pro Kind und Woche nach Fröbelschem System beschäftigt werden, wurde
eine zweite derartige Anstalt vor kurzem auch in dem südlichen Stadtteile errichtet.
Die Unterhaltungskosten werden von einem eigens zu diesem Zwecke gegründeten
Vereine bestritten, der gegenwärtig 800 Mitglieder zählt und im ersten Jahre
seines Bestehens 2513 Mk. vereinnahmte.
Speziell zu Gunsten der zweiten Schule wurde unlängst ein Bazar veran
staltet und von Herrn Gymnasial-Direktor Prof. Dr. Grosse ein Vortrag über
die Königin Louise gehalten.
Königsberg. (Zuschuß zum Emeritenfonds.) Von dem laut Etat
für die Emeritengehälter der Lehrer ausgesetzten Zuschüsse hat der für den dies
seitigen Regierungsbezirk überwiesene Fonds gegen bisher eine Erhöhung von
8800 Mk. erfahren und ist von 18 200 auf 27 000 Mk. erhöht worden.
Königsberg. (Gratifikation.) Die hiesige Königl. Regierung hat fünf
Lehrern des Kreises Ortelsburg eine Gratifikation von je 80 Mk. dafür bewilligt,
daß die betreffenden Empfänger sich die Förderung der deutschen Sprache in
utraquistischen Schulen besonders haben angelegen sein lassen. (Volks-Schulfreund.)
Aus dem kreise Fischhansen. (Lehrer in den Gemeindeorganen.)
Der evangelische Ober-Kirchenrat hat auf die Frage, ob Lehrer in die kirchlichen
Gemeindeorgane hineingewählt werden können, unterm 14. Mai v. I. in einem

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