Die Chevosche Ziffernmethode.
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ihn von Nahrungssorgen, nimmt ihn in sein Haus auf; eine katholische Fürstin
pflegt ihn, den Sterbenskranken, mütterlich und weint heiße Thränen über dem
Toten, — ein berühmter Theolog und Philosoph (Sprickmann) katholischer Kon
fession setzt ihm die Grabschrift: „viro christiano — den Juden ein Ärgernis
und den Griechen eine Thorheit rc.!" —- und ein protestantischer König (Friedr.
W. IV.) kommt, von Liebe und Ehrfurcht getrieben, zu seinem einsamen Grabe,
läßt seine Gebeine herausheben, sie feierlich in geweihter Erde bestatten und ihm
ein neues schönes Denkmal setzen.
Sie alle haben sich vor dem Geiste und der Kraft dieses Mannes gebeugt
und in ihm einen Lehrer und Propheten unseres Volkes anerkannt und verehrt.
Und was hat diese, sowie alle Größesten und Edelsten unter seinen Zeitgellossen,
so unwiderstehlich zu ihm hingezogen und so innig an ihn gefesselt? Das war der
auf Kindes-Einfalt und Gläubigkeit beruhende und davon durchdrungene Tief- oder
vielmehr Prophetenblick, der da, wo andere nur Verhüllung und Sterblichkeit,
Dunkel und Irrtum sahen, allezeit das durchscheinende göttliche Licht und Leben
erschaute und freudig erfaßte; es war der iu ihm, in seinem Wort und Wesen,
deutlich spürbare freudige Geist, der von Tag zu Tag mehr in die herrliche Frei
heit der Kinder Gottes hineinreifte und darum immer entschiedener und fröhlicher
zeugen konnte, daß wir Christenleute dem Ziele nahe sind, da Göttliches und
Menschliches, Himmel und Erde endlich ganz eins sein werden (omnia divina et
huraana omnia!) — „Denn verklärte Leiblichkeit ist das Ende der Wege Gottes!"
Die Chevösche Ziffernmethode.
Geehrtester Herr Redakteur! Sie erwerben sich ein Verdienst um eine
wirklich gute Sache, indem Sie gestatten, die Chevesche Elementargesanglehre
(Methode Galin-Paris-Cheve) in diesen Blättern zu besprechen. Ich werde
mich bei dieser Besprechung ganz kurz fassen, nur die Haupt-Gesichtspunkte be
rühren und es dem freundlichen Leser überlassen, sich durch die Lektüre der über
diesen Gegenstand bis setzt erschienenen Schriften genauer zu uuterrichteu. Ich
folge bei meinen Mitteilungen der Schrift:
Blätter zur Verbreitung der Cheveschen Elementar-Gesanglehre,
herausgegeben von Fr. Th. Stahl. 2. Auflage. Verlag von I.
Stahl in Arnsberg. Preis Mk. 1,20. —
In dem Kapitel I derselben wird der Nachweis geführt, daß in den
Schulen Gesangunterricht erteilt werden soll. Man wird nun viel
leicht sagen, das werde nicht bestritten, bedürfe also keines Beweises. Wenn
man aber sieht, mit welcher Gleichgültigkeit der Gesangunterricht vielfach behandelt
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