354 n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biographieeu rc.
Methode gewonnen wird. Der Einsender dieser Zeilen spricht diesen Satz aus
Erfahrung. Auch er war anfangs mißtrauisch gegen die Ziffern als Tonzeichen.
Als er jedoch sorgfältig prüfte, nicht bloß theoretisch, sondern auch praktisch:
da wars um ihn geschehn. Heute wollte er um keinen Preis die Ziffernmethode
in seiner Schule entbehren. Martinus Gerhard.
Korrespondenzen.
Vom Niedcrrhein. — Für den ersten Geschichtsunterricht ist im Verlage
von Herm. Michels in Düsseldorf ein Büchlein erschienen, welches die Beachtung
der Lehrer und Schulbehörden verdient. Es führt den Titel: „Erzählungen
aus der vaterländischen Geschichte. Für den ersten Geschichtsunterricht
im Aufträge einer Düsseldorfer Lehrer-Konferenz bearbeitet von Herkenrath u.
Guts." Das Büchlein entspricht nach Form und Stoff dem Zwecke, welchem
es dienen soll. — Das Material gruppiert sich sozusagen um das Leben und die
Person unseres geliebten Kaisers. Einen besonderen Reiz verleihen dem Büchlein
die lieblichen Züge aus dem Leben des Kaisers, seiner schwergeprüften Eltern,
seines edlen Bruders Friedrich Wilhelm IV., des Kronprinzen rc. An diesen
kleinen Genrebildern kann alt und jung sich erwärmen, und sie sind geeignet, die
Liebe zum Königshause und Vaterlande zu erwecken und zu fördern. Der eigent
liche geschichtliche Stoff bringt in einfacher und knapper Form die Hauptbegeben
heiten der vaterländischen Geschichte dieses Jahrhunderts. Die Sprache und
Fassung ist durchgehends der Fassungskraft der Kinder entsprechend, ein freilich
notwendiges Erfordernis, welches aber manche Leitfäden, für die Hand der Schüler
bestimmt, nicht genug berücksichtigt haben. Einen Leitfaden kann man das Büchlein
freilich auch nicht wohl nennen, sondern ein lebendiges, patriotisches Lesebüchlein.
Es ist dasselbe auch recht geeignet, bei patriotischen Schulfeiern, Sedanfest, Kaisers-
Geburtstag, zu Festgeschenken verwandt zu werden. Der Preis des Büchleins,
30 Pf. für 80 Oktavseiten, ist gering und jedenfalls mit Rücksicht auf zu hoffende
weitere Verbreitung so gestellt. Die Lehrer mögen sich das Büchlein einmal an
sehen. M.
Ä.NS Ostpreußen. (Zum Halbtagsunterrichte. — Verordnungs
buch.) Es ist seiner Zeit in diesen Blättern mitgeteilt worden, daß verschiedene
ostpreuß. landwirtschaftliche Vereine die Königliche Regierung durch den land
wirtschaftlichen Centralverein ersuchten, die Halbtagsschule (vormittags sollten die
größeren, nachmittags die kleineren Kinder Unterricht empfangen) in allen ländlichen
Schulen des Königsberger Regierungsbezirks einzuführen. Die Regierung trat
dieser Angelegenheit näher und setzte sich dieserhalb mit den Kreisschulinspektoren
in Verbindung, welche ihrerseits wieder die Meinung der Lokal-Schulinspektoren
und der Lehrer einholten. Das hat denn längere Zeit in Anspruch genommen —
die Lehrer sind im großen ganzen gegen diese Einrichtung gewesen, und folgender
Bescheid der Königlichen Regierung zu Königsberg, welcher wohl für lange Zeit
diese Angelegenheit in unserem Bezirke zum Abschlüsse gebracht hat, ist dem land
wirtschaftlichen Centralvereine zugegangen.
„Dem Vorstande des landwirtschaftlichen Centralvereins erwidern wir auf die
Vorstellung, daß wir dem Antrage: in allen ländlichen Schulen des diesseitigen
Regierungsbezirks den Halbtagsunterricht für den Winter wie für den Sommer
einzuführen, auf Grund sorgfältiger, nach Anhörung der beteiligten Kreisbehörden

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