Erklärung.
Auf unsern „Offenen Brief" an Herrn Dr. Dittes in Wien (betreffend
die im Märzhefte des Pädagogiums veröffentlichte Recension unsers „Anschaulich
ausführlichen Realienbuchs") hat Herr Dittes jetzt im Pädagogium mit einem
Artikel: „Ein Realienbuch und zwei Schulinspektoren" geantwortet. Wir kon
statieren hiermit ausdrücklich, daß in demselben trotz seiner Länge von 42 Druck
seiten „neun und vierzig" der von uns zurückgewiesenen Punkte mit
keiner Silbe erwähnt werden, wogegen ein großer Teil des Artikels der Ver
unglimpfung unsrer Person gewidmet ist. Auch machen wir schon jetzt auf
den sonderbaren und sehr wichtigen Umstand aufmerksam, daß nicht die Herren
Fachrecensenten die Verteidigung ihrer Behauptung übernehmen, sondern dieselbe
von Herrn Dittes — der sich in dem betreffenden Artikel selbst als Laie bezeich
net — geführt wird. Eine Beleuchtung dieser total mißlungenen Verteidigung
wird in den nächsten Tagen als Broschüre erscheinen. Dieselbe ist durch die
Verlagshandlung von Hellmuth Wollermann in Braunschweig gratis zu haben.
Braun schweig, den 20. August 1884.
L. Kahnmeyer. H. Schulze. Schulinspektoren.
Deutsche Bestrebungen in Süd-Afrika.
In der Stadt King Williams Town in Britisch-Kafraria, welche durch Eisen
bahn mit der Küste, dem Hasen East London verbunden ist, leben 2000 Deutsche,
die vor 25 Jahren dort eingewandert sind, und begehren, die heranwachsende
Generation dem deutschen Wesen zu erhalten. Sie haben sich deshalb trotz man
cher Verschiedenheit zusammengethan, um eine zweiklassige Volksschule zu errichten,
und suchen nun hier im Vaterlande zwei tüchtige christlich gesinnte Lehrer, die
bereit sind im fernen Lande sich dieser schönen Aufgabe zu widmen. Die Stadt
hat im ganzen 5000 Einwohner und liegt in einer gesunden Gegend; auch bietet
sich für die Lehrer außer der eigentliche« Schulthätigkeit Gelegenheit, durch Privat
stunden resp. Pensionäre eine Nebeneinnahme sich zu verschaffen. Die betreffenden
erhalten außer Vergütung der Reisekosten ein Gehalt von mindestens 100 Pfd.
Sterl. und haben sich auf drei Jahre zu verpflichten. Nach Ablauf dieser Zeit
erhalten sie eine Extra-Remuneration von 25 Pfd. Sterl. und falls die Schule
gedeiht, was bei richtigem Verfahren zweifellos scheint, soll die Stellung der Lehrer
noch weiter verbessert werden. Es bietet sich hier für junge strebsame einigermaßen
gewandte Männer eine günstige Gelegenheit, sich eine schöne Stellung zu erwerbe»,
die ferne Welt kennen zu lerne« und dem Vaterland einen Dienst zu er
weisen. Einer der beiden zu wählenden Lehrer muß — und dies eine Schwie
rigkeit — der englischen Sprache vollständig mächtig sein, da dieselbe einen Gegen
stand des Unterrichts bildet und die Kinder sie verstehen. Alle Leser des Ev.
Schulbl., die in der Lehrerwelt bekannt sind, möchten wir durch diese Zeilen
bitten, sich der Sache warm anzunehmen und etwaige geeignete junge Lehrer an
den Gymnasialdirektor Dr. Zahn in Moers zu weisen, der mit der Sache von
Seiten des Komitee in King Williams Town betraut und nähere Auskunft zu
erteilen bereit ist.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.