Allerlei. 387
menlich guderteiren behilflich und beiredlich, mach gern friden und sehe zank ver-
hoit. Swarmoit und Irurigkeit kan ich nit lang haben, sind rait, das ichs uis
dem sin sklain. Ich kan mich mit smeichlen und bitten gar nit behelfen, ich be-
ger von nemans sil. Vertoinlichkeit misfelt mir seir, ich verwar das min gern,
besweir iderman neit. Ich verstain gern alles ins beste, lag es also uis, bin nit
straifbar noch wraiggeirich. Ich halt gern maneir, ordnong und brauch, doch corri-
geir ich gern misbrauch; floich, smehe und lästere selten, ich were dan erzornt.
Mit lugen kann ich mich übel behelfen, man sei nit gar heimlich sin. Ich bin
wol stanthaftich und toin gern recht, noch bewecht mich die Parteilichkeit. Dem
geistlichen stände bin ich günstig, mois ihn loben, aber ihrem misbrauch, list, geir-
heit, hoichfart gram. Den arbeiter hab ich leib und Hutten mich selbst darvor,
und soich eiz nit dan rau und restich leben. Disse dingen kan ich nit alle erzelln
uff einmail, mach zum teil gescheit sin und fort geschehen uff andren orten."
C. Ziegler.
Allerlei.
Jur Schulaufltchtsfrage. Es ist von verschiedenen Seiten großes Geschrei
darüber erhoben worden, daß der Redacteur des Ev. Schulblattes in den Jahren
1880 und 1881 die Frage -über die Schulaufsicht einer längeren Betrachtung |
unterzogen und seine „Leidensgeschichte der Volksschule" später als Buch heraus- !
gegeben hat. Die „Monatsschrift für deutsche Beamte", herausgegeben von einem
hochstehenden preußischen Beamten, zeigt in dem 6. Hefte d. I., daß eine Be
sprechung amtlicher Ilbelstände doch nicht unter allen Umständen für schädlich und
aufreizend zu halten ist. Sie teilt nämlich in Nr. 6 d. I. einen Artikel „über
den Beruf der Landmesser" mit, dem wir nachfolgendes entnehmen mit der Bitte,
den Gedankengang Dörpfelds damit zusammenzuhalten.
„Der Landmesser hat hier nicht ältere Kollegen als Vorgesetzte, sondern Ju
risten — die Special-Kommissare. Es ist erklärlich, besonders wenn er
fahrene, alte „Vermessungsbeamte" sehr junge Assessoren zu Special-Kommissarien,
zu Vorgesetzten haben, daß sehr leicht Differenzen entstehen können, die das Ver
hältnis zwischen beiden zu einem außerordentlich unleidlichen zu machen geeignet
sind. Selten auch Pflegen ein junger Assessor und ein junger „Vermessungs
beamter" gut mit einander zu wirken." — — „Es jväre selbstverständlich sehr
thöricht, die Schuld für diese libelstände ausschließlich nur auf der einen oder auf
der andern Seite zu suchen, vielmehr glaube ich auf Folgendes hinweisen zu dür
fen. Den so bedeutend erhöhten Anforderungen in der Ausbildung des Land
messers und Kulturtechnikers sind zwar die pekuniären Verhältnisse, wenigstens
für den jüngeren Landmesser, entsprechend günstiger gestaltet, jedoch an den alten,
persönlichen Verhältnissen ist nichts geändert worden. Es ist aber naturgemäß
und wird sich immer weiter herausbilden, daß diese so bedeutend erhöhten An
forderungen, das gemeinschaftliche, mehrjährige Studium an der Akademie, welches
den gegenseitigen Ideen- und Ansichten-Austausch gegen früher stark befördert, ja
eigentlich erst ermöglicht hat, auch das Standesbewußtsein und den „Corpsgeist"
bedeutend stärken und konsolidieren mußten. Dieses gehobene und geschärfte Standes
bewußtsein läßt jedoch den Landmesser jede beabsichtigte oder zufällige, faktische
oder scheinbare Zurücksetzung oder brüske Behandlung seitens Vorgesetzter, besonders
wenn sie nicht Fachgenossen sind, doppelt schwer und bitter empfinden, umsomehr,
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