404 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biographien rc.
Der Berliner Tierschutz-Verein ist gern bereit, den Herren Pfarrgeistlichcn,
welche ihn in der schwierigen Aufgabe: Beseitigung der noch üblichen, verrohenden
Massentierguälereien unterstützen wollen, bezügliche Aufrufe und Flugschriften zur
Verteilung in den Gemeinden unentgeltlich und portofrei zu übersenden. Dieselben
können verlangt werden von unserer Geschäftsstelle: H. BeNNger, Berlin,
Königgrätzerstraße 108.
Fünf Jahre Selbstverwaltnng und die preußische
Volksschule.
Aus einem Vortrage, gehalten im Halleschen Lehrervereine.
Der Vortragende, Lehrer Meuselbach in Giebichenstein, stellt den dem
Landtage vorgelegten „Entwurf eines Gesetzes betreffend die
Verbesserung des V o l k s s ch u l w e s e n s und des D i e n st e i n k o m m e n s
der Volksschullehrer" in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, dabei her
vorhebend, daß der Entwurf in § 1 in erster Linie für eine Verbesserung des
Diensteinkommens der Lehrer, erst in zweiter Linie für die sonstige Ausstattung
der Schulen Mittel bereitstellen wolle. Daraus dürfe man das Anerkenntnis ent
nehmen, daß unter gegenwärtigen Verhältnissen eine Zufriedenstellung des Lehrer
standes die vornehmste Voraussetzung zu einer Gesundung unseres Volksschulwesens
bilde, eine Anschauung, zu der schon Friedrich Wilhelm III. 1819 mit allem
Nachdruck sich bekannt habe, überdies gäbe es auch heute noch nach Gneist's
„Selbstverwaltung der Volksschule" „nur eine Probe für den ernsten Willen, der
Volksschule zu helfen: diese Probe liegt in dem Entschluß, Geld für die Volks
schule zu schaffen." Diese Probe habe die Staatsregierung in dem Gesetzentwürfe
zu bestehen versucht. Der allmählichen Entwicklung des Lehrereinkommens, welches
der Entwurf zu bessern in Aussicht nimmt, widmete der Vortragende einen be
sondern Abschnitt seines Vortrages.
Aus einer Fülle von Einzelheiten heben wir nur folgende hervor: Das
Durchschnittseinkommen der gesamten Lehrer Preußens habe 1820 146 Thlr. be
tragen und sich bis 1871 sehr allmählich auf 264 Thlr. gesteigert. Leider hätten
die Preissteigerungen der unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse die Gehaltssteigerungen
stets überholt. So hätten z. B. die Gehälter von 1820—1870 eine Steigerung
von 62 3 k°lo, die Roggenpreise aber eine solche von 123 1 /2°/o erfahren. Immer
hin sei anzuerkennen, daß in dieser Zeit wenigstens ein absoluter Rückgang
des Lehrereinkommens nicht nachzuweisen wäre.
Ein bedeutender Fortschritt zum Bessern sei zu bemerken gewesen, als Dr.
Falk Kultusminister geworden. Die Mindestgehälter seien erhöht und für ältere
Lehrer Alterszulagen eingeführt worden. Von 1872—1877 habe unter seiner
Verwaltung der Etat des Volksschulwesens eine Steigerung von 1400000 auf
6 400000 M., das Durchschnittsgehalt der städtischen Lehrer eine Erhöhung von
1042 auf 1414, das der Landlehrer eine solche von 678 auf 954 M. erfahren.
Ein Rückschlag sei erfolgt, als v. Puttkamer 1879 Einzug in das Kultusmini
sterium gehalten habe. Dieser habe noch zwei Tage vor seinem Rücktritte die
Regierungen angewiesen, auf kostspielige Verbesserungen im Volksschulwesen zu
verzichten.
Mittlerweile seien auch insofern einschneidende Wandlungen vor sich gegangen,

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