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I. Abteilung. Abhandlungen.
sophie, d. i. alles wissenschaftlichen Denkens. — Für die Arithmetik ist
das empirisch Gegebene die Zahlenreihe; für die Geometrie sind es die
Rauniformen: zunächst die körperlichen und weiter die Flächen und Linien;
für die Naturkunde die Naturerscheinungen: die Körper und die daran vor
kommenden Veränderungen. Die Psychologie geht aus von den ver
schiedenen Erscheinungen des Seelenlebens: dem Empfinden, Wahrnehmen,
Vergessen, Reproduzieren, Begriffe bilden u. s. w.; die Logik von den
Formen des Denkens: den Anschauungen, Begriffen, Urteilen, Schlüffen rc.;
die Ästhetik von den mancherlei schönen Formen, welche dem Gesicht und
Gehör sich darbieten. Ähnlich ist's in allen übrigen Wissenschaften.
Auf eins sei nebenbei noch aufmerksam gemacht. Vielen Wissenschaften
geht es mit ihrem empirisch gegebenen Stoffe so, wie der Metallindustrie
mit dem ihrigen. Die Metalle finden sich in der Natur bekanntlich selten
rein vor, sondern meistens als Erze, d. i. mit andern Metallstoffen ver
mischt, weshalb denn erst ein Reinigungsprozeß vorgenommen werden muß.
So sind auch bei manchen Wissenschaften die gegebenen Thatsachen, wie
die Erfahrung sie liefert, noch mit allerlei Zuthaten vermischt, welche erst
durch einen Abstraktionsprozeß davon ausgeschieden werden müssen. Was
z. B. die geometrische Forschung vorfindet, sind reale Körper. An einem
solchen Körper ist aber die Eigenschaft, welche wir Raumform nennen, ver
wachsen mit einer Menge physikalischer Eigenschaften. Die Geometrie hat
es indes nur mit der Raumform zu thun. Damit nun diese deutlich vor
den Blick treten kann, müssen die physikalischen Eigenschaften erst alle weg
gedacht werden.
Sehen wir uns jetzt danach um, was für Erfahrungs-Thatsachen die
Ethik vorfindet.
Wo in der menschlichen Gesellschaft Handlungen vorkommen, welche
das Interesse einer anderen Person berühren, sei es wohlthuend oder wehe-
thuend, da pflegt eine solche Handlung auch stets ein Urteil wachzurufen,
worin dieselbe gewertet wird, gleichviel ob es laut ausgesprochen oder
bloß still gedacht wurde. Das Urteil kann entstehen in allen Personen,
welche um die Handlung wissen: in der Person, welche davon berührt
wird, in dem Handelnden selbst, in den Zuschauern und in denjenigen,
welche durch Hörensagen davon Kunde erhalten haben. Im allgemeinen
läßt sich eine Handlung in dreifacher Weise beurteilen, je nachdem nämlich
eine der verschiedenen Seiten derselben ins Auge gefaßt wird. Einmal
kann daraus gesehen werden, ob sie ihrem Zwecke entspricht oder genauer
gesagt: ob sie wohl überlegt war oder nicht. Zum andern, ob sie geschickt
ausgeführt wurde oder nicht. Zum dritten kann die in ihr zu Tage

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