I. Abteilung. Abhandlungen.
2. Aus dieser Belehrung <1. Wirkung) kann eine tiefere
Erkenntnis der Sündhaftigkeit (der Heilsbedürftig
keit) hervorgehen. Diese Folgewirkung ist aber immer noch
keine Gabe zur Gerechtigkeit, sondern nur die Vor
bedingung (Voraussetzung) dazu.
B. Ceremonialgesetz (Dogmatik, Religionslehre). Dieses kam
ihrer traditionell erlangten Gotteserkenntnis zu Hülfe, so daß
Israel auch in dieser Beziehung weit über den Heiden stehen
konnte.
Erste Wirkung:
Das Ceremonial-Gesetz ist eine vorläufige Kunde von einem
zukünftigen Heil, in der Form von Schattenbildern, also eine
symbolische Verheißung, ein vorlaufendes Evangelium.
Als solches wirkte es Hoffnung und durch die Hoffnung Trost.
Insoweit konnte es also schon eine positive Gabe zur
Gerechtigkeit heißen weil diese Hoffnung und Tröstung
aufmunterte und stärkte im sittlichen Weiterstreben;
aber im Vergleich zum zukünftigen vollen Heil war es nur
eine schwache, dürftige Gabe (bloß Trost in Hoffnung), nicht
das Heil „in Wahrheit", sondern im Schattenbild".
Zweite Wirkung:
Das Ceremonial-Gesetz forderte bestimmte Verrichtungen (Werke)
z. B. Opfer, Reinigungen, Feiertage, Fasten u. s. w. Darauf
war die Verheißung gelegt, daß Gott ihre Verschuldungen
nicht ansehen (bedecken, vergeben, tilgen) werde. So hatten
sie den gewissen Trost der Sündenvergebung. Das
war also eine positive Hülfe zum getrosten Weiterstreben, eine
positive Gabe zur Gerechtigkeit. Aber im Vergleich zum zu
künftigen vollen Heil war diese Gabe doch nur eine dürftige:
denn:
a) war die Sünde nur bedeckt, nicht getilgt;
b) es fehlte die Zusicherung des Wiedergutmachet des
Verdorbenen;
o) (die Hauptsache) es fehlte die positive Stärkung des
guten Wollens.
Frage:
Lag nun der Grund dieses Heils (der Sündenvergebung) in
den ceremoniellen Werken, oder in der von Gott gegebenen
Verheißung (den gestifteten Veranstaltungen)?
Oder war die Verheißung an eine Bedingung geknüpft?

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