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I. Abteilung. Abhandlungen.
(Verhalten), was zu diesem gewollten
Zwecke verhelfen soll.)
Fr. Wie steht es nun um diesen vorausgesetzten ge
wollten Zweck? Mit welchem Recht kann man
ihn (Wohlfahrt) als feststehend, als gegeben an
nehmen, worüber nicht weiter zu sprechen, woran
nicht zu zweifeln sei?
Antw.: Alle Menschen (ohne Unterschied) wünschen
von Natur: Wohlfahrt, Glückseligkeit. So ist's!
Es ist Naturtrieb?) Was lebt, wünscht glück
lich zu leben. Glückseligkeit wäre demnach (der
Natur nach) das höchste Gut; darnach zu
streben, der Zweck, die Bestimmung des
Menschen.
sEinige Katechismen fangen an mit der Frage: Was
muß deine größte Sorge sein? Antw.: Daß ich
selig werde. — Wie verhält sich diese „Selig
keit" zu jener „Glückseligkeit"? Ist der Aus
druck „selig" die präcise Antwort auf jene Frage?)
Fr. 6. Wessen Wohlfahrt ist gemeint, — die meint ge,
oder auch die anderer Menschen, — vielleicht
aller Menschen?
0 (Glückseligkeit). Der Wunsch nach Wohlsein, nach Glückseligkeit liegt in
der menschlichen Natur. Das ist eine unzweifelhafte Thatsache. Dieses Wün
schen ist gleichbedeutend mit dem Wunsche, zu leben. Denn weil der Mensch
lebt, so will er leben, will ganz und voll leben, also ohne Druck und
Verkümmerung: mit einem Wort: er begehrt den Vollgenuß des Lebens, die
Glückseligkeit. Damit soll ausgeschlossen sein: jede Art von Beschränkung, Un
freiheit, Druck, Beeinträchtigung, Schmerz, Betrübnis, Trauer; — und dagegen
eingeschlossen: jede Art von Behagen, Genuß, Erhebung, Lust, Freude.
Dabei ist jedoch nicht zu übersehen, daß es zwei Arten der Genüße giebt:
leibliche (oder sinnliche) und geistige. Zu den leiblichen gehört alles, was
das Wort »Gesundheit" einschließt und die speziellen Genüsse der niederen Sinne.
Die geistigen Genüsse setzen irgend einen Grad von Geistesbildung voraus.
Ist diese vorhanden, so entstehen auch geistige Bedürfnisse: und damit treten
auch die Wissenschaften und Künste in die Reihe der Genußmittel ein. Die
Weise des geistigen Genießens kann aber wieder recht verschieden sein. Der eine
begehrt vielleicht nur leichte Unterhaltung, wie sie z. B- ein plauderndes Ge
spräch, ein Roman bietet, oder das Reisen, das Betrachten einer schönen Land
schaft, der Besuch von Konzerten und Museen; ein anderer giebt sich ernstem
Studium hin, weil die Erweiterung des geistigen Gesichtskreises ihm Freude
macht; ein dritter ist als Meister in künstlerischem Schaffen thätig: ein vierter
als Meister in wissenschaftlicher Forschung.

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