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I. Abteilung. Abhandlungen.
besonderer Bedeutung zu sein. Sollen doch die Kinder unserer evangelischen
Kirche vor allein an dem Lebensbilde Jesu religiös groß werden und zu freien
sittlichen Persönlichkeiten heranwachsen . . . ." „Die Bilder aus der Kirchen
geschichte sind vorzugsweise Charakterbilder bedeutender Männer, an denen die
Kinder warm werden sollen in treuer Liebe zu ihrer Kirche, in der Christus sich
allezeit lebendig erweist." — Falcke nennt auch im ersten Teil seiner Einheitlichen
Präparationen neben Herbart, Ziller, Leutz, Kehr ausdrücklich als einen der Be
gründer des von ihm befolgten Verfahrens Dörpseld, indem er sich auf desien
These beruft: „Die Heilsgeschichte ist die beste Heilslehre," ohne freilich, wie es
scheint, diesem Gedanken in seiner ganzen Tiefe nachgegangen zu sein.
Für den Religionsunterricht an höheren Schulen hat Prof. Zange*) in
Erfurt ein vorzügliches Hülfsbuch im Sinne der oben besprochenen Grundsätze
geschaffen, auf das näher einzugehen wir uns aber hier versagen müffen. Wir
hoffen in einem anderen Zusammenhange noch einmal darauf zurückkommen zu
können.
Schließlich würde ich gern noch auf die bedeutsamen Arbeiten von B u ch -
rucker eingehen, die sich mit den Gedanken Dörpselds in mannigfacher Weise
berühren und um so mehr zum Vergleich herausfordern, als Buchrucker, soviel
ich weiß, völlig unbeeinflußt von Herbartischen Principien gearbeitet hat. Was
aber diese beiden Männer nahe verband, war die gemeinsame Anerkennung der
heilsgeschichtlichen Ideen des großen Theologen von Hofmann in Er
langen, die sein unmittelbarer Schüler Buchrucker geflissentlich und mit aller Kraft
für den Unterricht fruchtbar zu machen suchte, und von denen Dörpseld seinerseits
gern bekennt, viel gelernt zu haben. Buchrucker spitzt diesen Leitgedanken, den
Dörpseld, wie wir oben sahen, auch vertritt, so zu: Nicht so sehr Geschichten
aus der Geschichte, sondern Geschichte in Geschichten vortragen, mit andern
Worten also den Blick der Kinder für die in den großen Thaten Gottes sich
kundgebende und von den religiösen Klassikern als solche bezeugte Liebe und Weis
heit Gottes öffnen. Indessen dürfen wir die umfassenden katechetischen Werke
Buchruckers hier nicht im Vorübergehen erledigen; wir werden uns mit ihnen
noch einmal näher auseinanderzusetzen haben. Nur ein Satz aus der Einleitung
zu dem „Biblischen Geschichtsunterricht oder Wie ist es zu der
Gemeinschaft Gottes und der Menschheit gekommen?" (Nürnberg
i) Leitfaden für den Evangelischen Religionsunterricht. Beispiel
eines ausgeführten organischen Lehrplans (in freiem Anschluß an die neuen
preußischen Lehrpläne vom 6. Jan. 1892). I. Bd Sexta bis Unter-Sekunda. Gütersloh
1893, C. Bertelsmann. Welche andere Kraft und Frucht würde der gymnasiale Re
ligionsunterricht haben, wenn die straffe Konzentration dieses im großen Stil durch
geführten und zugleich bis ins einzelnste gehenden Lehrplans allgemein zur Geltung
käme! (Preis 3,60 M.)

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