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I. Abteilung. Abhandlungen.
in eben so gründlicher, als würdiger Weise widerlegen. Die bissigen Entgeg
nungen gewisser Lehrerzeitungen, die man den Äußerungen irgend einer obskuren
Persönlichkeit nachzuschicken pflegt, erbittern die Leser ohne Not, steigern bei häu
figer Wiederholung die Empfindlichkeit derselben und täuschen sie über die Ge
sinnungen, die man dem Lehrerstande entgegenbringt. Überhaupt verstehen es
manche unserer Lehrerzeitungen vortrefflich, uns Feinde, aber recht schlecht, uns
Freunde zu gewinnen. Ferner sollten wir uns als christliche Lehrer recht oft
fragen, ob wir das wirklich sind, wozu wir unsere Schüler erziehen zu wollen
vorgeben. Haben wir es nicht oft an der Opferwilligkeit, Dienstsertigkeit, Be
scheidenheit und Demut fehlen lassen? Stand uns nicht oft äußere Ehre höher
als das Interesse der Schule? Gerade in den Gegenden, wo man mit dem
Hauptlehreramte den Anfang gemacht hat, die Wünsche der Lehrer nach fach
männischer Schulaufsicht zu erfüllen, bietet sich treffliche Gelegenheit zu beobachten,
wie sehr der Lehrerstand seinen eigenen Interessen entgegenwirkt. Zahlreiche
Hauptlehrer und Rektoren scheinen nichts davon zu wissen, daß der Vornehmste
unter uns aller Diener sein muß. Umgekehrt suchen dann viele Klassenlehrer
ihren Ruhm darin, ihre Vorgesetzten herunterzusetzen und zu ärgern. Und solche
Dinge bleiben natürlich nicht verborgen und liefern den Gegnern treffliche
Waffen wider uns in die Hand. Wer soll denn auch für fachmännische Leitung
des Volksschulwesens eintreten, wenn die Leiter nicht zu leiten, die Untergebenen
sich nicht dem Ganzen unterzuordnen verstehen? Auch mit den Leistungen in un
serem Berufe verhält es sich so, daß nicht allein die traurigen Zustände, sondern
auch wir selbst Schuld tragen an dem geringen Erfolge unserer Arbeit. Viele
von uns finden sich zu schnell mit den Übelständen ab. Vor allen Dingen
bringen sie dieselben nicht oft und nachdrücklich genug zur Sprache. Giebt es
doch leider so viele unter uns, die nichts thun, als die Faust in der Tasche
ballen oder, wenns hoch kommt, auf einer großen Lehrerversammlung dem Redner
Beifall klatschen, der das, was sie drückt, einer „vernichtenden" Kritik unterzieht.
Aber ernst und mutig die Wahrheit zwar besonnen aber doch vollständig und
deutlich überall zu sagen, wo es not thut, das ist ihnen zu gefährlich. Ferner
stimmen sie zwar zu, wenn behauptet wird, der Unterricht sei eine Kunst, aber
sie selbst streben in ihrem Thun keineswegs nach künstlerischen Leistungen, sondern
begnügen sich mit handwerksmäßigen Mitteln. Die Kunst aber verdirbt durch
die Künstler und sie hebt sich nur mit den Künstlern. Daß leider unter uns
Lehrern so wenige sind, die nach wirklich kunstvollen Leistungen streben, ver
schuldet es hauptsächlich, daß man in vielen Kreisen so niedrig von der Lehrer
arbeit denkt. Durch eifrige Beförderung des Lehrermangels aber hat das unser
Stand selbst verschuldet. Wenn man offen den „Schulstreik" predigt, wie Stoy
diese künstliche Beförderung des Lehrermangels nannte, wenn man alle ohne Aus
nahme, auch die tüchtigsten Knaben, vom Lehrerberufe abzuhalten sucht, woher

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