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I. Abteilung. Abhandlungen.
diese naturwüchsige Metaphysik ist dann entweder wahr oder falsch,
ein Trittes giebt es nicht. (Vgl. die Schrift: „Die spekulative
Theologie Schleiermachers, Rich. Rothes und Jul. Müllers" von
Kvnsistorialrat Thilo und die ähnliche Schrift über mehrere neuere
Theologen beider Richtungen von O. Flügel.) Meine projektierte
Schrift läßt sich übrigens auf die Metaphysik nicht ein; sie operiert
lediglich mit Wahrheiten, die auch in der heil. Schrift bereits
ausgemacht sind und von denen Thilo und Flügel gar nicht sprechen,
die aber beide nicht leugnen werden, wenn ich den Finger darauf lege.
Roch auf eins muß ich aufmerksam machen. Nach den vorstehenden
Bemerkungen magst du oder einer deinesgleichen denken, meine An
schauung sei auf dem Studierwege erworben. Allerdings habe ich
studiert; allein ich möchte wissen, aus welchen Büchern ich sie hätte
lernen können; ich kenne derartige Bücher nicht. Anregungen und
Belehrungen habe ich da und dort empfangen; aber das Specifische
meiner Auffassung ist in schwerer Lebensnot und Gewissensnot
geboren — durch den, der allein Licht aus der Finsternis hervorrufen
kann. Wenn mich etwas anderes zur Apologie triebe als Barmherzig
keit und Mitleid mit den irrenden Brüdern, so wäre ich noch weniger
als ein tönendes Erz und eine klingende Schelle — nämlich ein
hochmütiger Pharisäer, dessen Urteil Matth, am 23. steht.
Mich hat sehnlichst verlangt, im Schulblatt wieder von meinem
liebsten Wissen, van der „Seele Trost", reden zu können
Wann und vb mein Wunsch und Verlangen in Erfüllung gehen wird,
steht in Gottes Hand. Ich muß stille halten.
Wenn einmal mein Buch fertig wird (in seiner ersten Hälfte), dann
wird dir auch verständlich werden, warum ich zu Herbart halte —
was dir und Freund H . . . . so unsympathisch ist — obwohl die
meisten Herbartianer meine biblisch-christliche Glaubensüberzeugung nicht
teilen, woran Herbart aber sehr unschuldig ist Könnten wir
mündlich über diese Differenz verhandeln, so würden wir mutmaßlich
schnell zurecht kommen. An einem Gymnasiallehrer und
Theologen *) eurer Ansicht, der mich einst in Gerresheim um derselben
Differenz willen besuchte, habe ich die Probe gehabt. Mehrere
Stunden lang hielt ich ihn absichtlich an andern theologischen Fragen
fest, die ihn zwar lebhaft interessierten, wobei mir aber nur zu deut
lich merkbar war, daß es ihm unter den Füßen brannte, seine mir
brieflich angesagte Herzensfrage zur Sprache zu bringen. Ich that
so, um ihn zuvor mit meiner bibl. Anschauungsweise vertrauter zu
i) Derselbe ist jetzt Professor der Theologie. D. H.

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