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I. Abteilung. Abhandlungen.
Dingen versorgen, wie diese sich für Nahrung, Kleidung, Wohnung abmühen, sie
vor jeder Gefahr schützen, sie hegen und pflegen. Unausbleiblich werden dann
die Herzen der Kinder von heißer Gegenliebe entbrennen und sprechen:
„Weil's (das Mütterchen) mich hegt und pflegt,
auf den Armen mich trägt,
wacht, wenn ich bin krank,
giebt mir Speis' und Trank,
giebt mir Kleider und Schuh'
und viel Küsse dazu,
drum lieb ich's so sehr,
kann gar nicht sagen wie sehr, wie sehr."
Aber auch in seinem weiteren Verlaufe bietet der Religionsunterricht sowohl
wie der übrige Gesinnungsunterricht anschauliche Bilder der fürsorgenden Eltern
liebe. Nur auf einige sei hier kurz hingewiesen.
Die Schüler sehen die Jochebeth emsig Anstalten treffen, ihr Knäblein vor
der Grausamkeit Pharaos zu retten, und freueu sich mit ihr des göttlichen Bei
standes. — Sie suchen an der Seite seiner geängsteten Eltern drei Tage den
vermißten Jesus^naben. — Sie schauen die vom Schmerz gebeugte, weinende
Witwe aus Nain, die ihr „ein und alles" verloren, hören den klagenden Jakob,
der „mit Leid hinunterfahren will in die Grube zu seinem Sohne," trauern mit
der trostlosen Mutter im Märchen, deren Thränen das Kindlein im Grabe nicht
schlafen lassen. — — Andrerseits erleben sie aber auch die Freude des alten
Erzvaters, wenn er jubiliert: „Ich habe genug, daß mein Sohn Joseph noch
lebt!" und sehen, wie der Vater im Gleichnis seinen Sohn in die Arme schließt,
von dem er sagen konnte: „Er war tot und ist wieder lebendig geworden."
An diesen und vielen andern Beispielen erkennen die Schüler, daß es die
Eltern reichlich verdienen, von ihnen geachtet und geliebt zu werden. Um sie
aber auch dazu erfolgreich anzuspornen und zu ermuntern, beherzige der Lehrer
die Mahnung Senekas: „Lang ist der Weg durch Vorschriften, kurz und wirksam
durch Beispiele." Neben einer Reihe von Bildern der fürsorglichsten Elternliebe
lasse er solche der dankbaren Kindesliebe nicht fehlen. Er weise hin auf die treue
Ruth, die mit der Schwiegermutter die Armut, auf den Rittmeister Kurzhagen,
der mit den armen Eltern sein Glück teilt. Er öffne ihnen die Augen für den
Schmerz, den die Söhne Jakobs über den Vater brachten. — Auch erinnere er
daran, daß das fünfte Gebot vor allen andern von Gott durch eine Verheißung
ausgezeichnet ist, wie dem entsprechend Boas seine Freundlichkeit gegen Ruth mit
den Worten begründete: „Es ist mir angesagt alles, was du gethan hast an
deiner Schwieger nach deines Mannes Tode," wie die kindliche Liebe Kurzhagens
diesem die Achtung und Liebe seiner Vorgesetzten verschaffte. Alles dies wird in
den Kindern den Entschluß zur Reife bringen: „Lasset uns die Eltern lieben,
denn sie haben uns zuerst geliebt." Damit hat dann der Unterricht den zweiten

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