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I. Abteilung. Abhandlungen.
Thür ins Haus fallen." Sind Erziehungsgespräche die ersten oder einzigen, an
denen er teil nimmt, verrät er für andere Angelegenheiten von Wichtigkeit kein
Interesse oder Verständnis, so wird man bald in ihm nur noch den bedauerns
werten „Fachsimpler" erblicken. Recht lebhaft beteilige er sich darum an dem
zufälligen Gespräch; nur achte er dabei aufmerksam auf einen geeigneten An
knüpfungspunkt für seine Belehrungen, die sich dann ganz von selbst aus dem
Gange des Gesprächs ergeben. Nicht zu lange bei diesen zu verweilen, muß er
sodann berücksichtigen. Denn sobald die Unterhaltung anfängt, langweilig zu
sein, ist sie auch fruchtlos. — Noch vor einem andern Fehler muß sich der Lehrer
bei seinen pädagogischen Erörterungen im kleinen Kreise hüten. Er könnte es
nämlich für passend und recht weise finden, erziehliche Mißstände, die sich be
sonders in der Familie eines der anwesenden Elternpaare zeigen, die sich jedoch
mit diesen allein nicht gut besprechen lassen, ganz allgemein zu behandeln, darauf
rechnend, die betreffenden Eltern würden dieselben abstellen ohne zu ahnen, daß
das Gespräch auch gerade für sie berechnet sei. Jedoch wenn irgendwo, so hat
hier „das Schlagen auf den Sack. wobei man den Esel. meint" seine großen
Bedenken. Gar leicht „merkt man die Absicht und wird verstimmt." Kommt
dann noch dazu, daß die übrigen Personen fühlen, wem der Tadel gilt, dann
sehen sich die Getroffenen vor der ganzen Gesellschaft bloßgestellt, und der Lehrer
hat etwas verdorben, was er schwerlich wieder gut machen kann. Selbst dann,
wenn von anderer Seite diese Situation unabsichtlich herbeigeführt wird, darf er
nicht darauf eingehen; vielmehr muß er dann dem Gespräch eine andere Richtung
zu geben suchen.
Zeigte sich bisher die Weisheit des Lehrers bei seinen Belehrungen, Er
mahnungen in der freundschaftlichen, schlichten Art seines Auftretens, in der sorg
fältigen Berücksichtigung der Person, in der Wahl des geeignetsten Anknüpfungs
punktes, sowie endlich in der richtigen Bemessung der Zeit, so muß sie auch die
Form der Belehrung bestimmen.
Höchst ungeschickt würde es sein, bei derartigen Unterredungen mit abstrakten
Regeln und pädagogischen Vorträgen zu beginnen, als ob man in einer Lehrer
konferenz ein Kapitel aus der Erziehungslehre behandle. Nein, gerade wie
in der Schule alles Lehren mit der Anschauung anhebt, muß
auch hier jed es U n terweisen und Ermahnen mit einem konkreten
Beispiel aus dem wirklichen Leben einsetzen. Dies ist für alle hier
in Frage kommenden Gespräche die durchgreifende Regel. Lebensvolle Bilder
stelle der Lehrer den Eltern vor die Augen. Denn „das Vorbild lehrt praktisch,
was geschehen soll; es zeigt, daß es geschehen könne; es ermuntert und ermutigt
zur Nachahmung und läßt die Würde und Wonne des Sieges an dem Sieger
erschauen und vernehmen." (Schumann.) Nicht Erziehungslehre sondern Er
ziehungsgeschichte treibe der Lehrer mit den Eltern. Zu dem Ende muß er

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