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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
gegenüber keinen Fortschritt. Hochegger
schließt mit den Worten: „Die Zeit für
die Alleinherrschaft der Pädagogik Her
barts, Pestalozzi's u. a. ist abgelaufen."
Ich meine dagegen: So lange diese
Pädagogik nicht durch eine bessere ersetzt
wird, müssen wir an ihr resp. an der
Fortbildung derselben, wie sie durch
Ziller und seine Schule geschaffen worden
ist, festhalten und sie in die Schulen
einzuführen bemüht sein. Grabs.
W. Rein, Univ.-Pros. in Jena, En
cyklopädisches Handbuch der
Pädagogik. Erster Band. Erste
Lieferung. Langensalza, H. Beyer u.
Söhne. 1894.
Von diesem schon seit langen Jahren
in Vorbereitung begriffenen Werke ist
soeben die erste Lieferung erschienen,
welche die Artikelreihe von Abbitte
bis Angeberei umfaßt. Bei näherer
Durchsicht erkennen wir jetzt schon, daß
das Werk die gesamte theoretische und
praktische Pädagogik behandelt. Nicht
allein die Gebiete der Regierung, des
Unterrichts und der Zucht kommen zu
eingehender Darstellung, sondern es
werden auch die Grundwissenschaften der
Pädagogik, bie Ethik und die Psycho
logie, ferner die einschlagenden Fragen
aus der Physiologie und der Medizin
in gründlicher, erschöpfender Weise be
arbeitet. Daß allenthalben der Stand
punkt der objektiv-wissenschaftlichen For
schung gewahrt ist, dafür bürgt vor
allem der hochverdiente, rühmlichst be
kannte Herausgeber, dafür bürgen auch
seine 114 Mitarbeiter, unter denen wir
die ersten Schulmänner Deutschlands an
treffen. Die meisten von ihnen sind
durch tüchtige litterarische Arbeiten schon
bekannt, und so ist die Gewähr ge
geben, daß sie aus dem Vollen schöpfen
und die Ergebnisse der vorangegangenen
Arbeiten in zusammenfassendem Griff
vorlegen werden. Das Werk ist ohne
Zweifel die bedeutsamste litterarische Er
scheinung der Gegenwart auf pädagogi
schem Gebiete, die in allen Kreisen die
weiteste Verbreitung verdient. Den Ver
ächtern der pädagogischen Wissenschaft
wird es den Beweis erbringen, daß in
der Pädagogik ein Forschungsgebiet vor
liegt, das an Wert und Würde keinem
anderen in irgend einer Beziehung nach
stehen dürfte.
Aus dem reichen Inhalt der ersten
Lieferung, die 28 Abhandlungen ent
hält, führen wir folgende Artikel an:
Affektstörungen von Dr. Ziehen, psy
chische Alterstypen von Dr. Hartmann,
Aberglaube, Abneigung von G. Közle,
Affekt von Dr. Andreä, Abstraktion
von O. Foltz, Abhärtung von H. Grabs,
Alumnat von Dr. Menze, Abgangs-
Prüfung von Dr. Altenburg, Ämter von
Dr. Morres, Accommodation von A. Hug.
Das Werk ist auf vier Bände zu je
60 Bogen berechnet und erscheint in
monatlichen Lieferungen von 5 Bogen
in Lexikonformat u. zum Preise von 1 M.
E. A. L.
P. Bronisch, Geschichte von
N e u s a l z a. d. O d e r. Zur Feier
des 150jährigen Stadtjubiläums am
20. August 1893. Neusalz, M.
Siltz. Geb. 2,50 M.
Vorliegendes elegant gebundenes 140
Seiten starkes Buch ist eine von Pastor
und Superintendentur-Verweser Bronisch
verfaßte Festschrift und zugleich ein Bei
trag lokaler Geschichte Nieder-Schlesieus.
Sie erzählt in vier Abschnitten die Ent
wicklung der Stadt Neusalz a. d. O.
Der erste Abschnitt umfaßt die Zeit
von 1564 — 1740, der zweite die bis
zum Jahre 1811, der dritte bis 1893,
dem gegenwärtigen Jubiläumsjahr. Im
vierten Abschnitte werden wertvolle An
hänge gegeben, a) urkundliche Doku
mente. b) Abbildungen aus den Jahren
1751/1759. c) Ein Stadtbebauungs
plan vom Jahre 1770. Die Arbeit
legt durchweg Zeugnis von großem
Forscherfleiß ab.
G. H. G.

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