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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens.
über diesen Gegenstand einen öffentlichen Vortrag gehalten. Der Vortrag hat
mehrfachen Widerspruch, andrerseits aber auch dankbare Anerkennung gefunden.
Auf alle Fälle hat er dazu beigetragen, daß die Schulverfassungsfrage, an welcher
manche Lehrer noch teilnahmlos vorübergehen, der öffentlichen Aufmerksamkeit nahe
gerückt worden ist.
Noch einen größeren Erfolg haben unsere Mecklenburger Mitglieder erzielt.
Es hat in der Landeslehrerversammlung, welche am 2. Oktober in Plan statt
gefunden, Herr Lehrer Boldt aus Boizenburg einen mit großem Beifall auf
genommenen Vortrag über „Die Schulgemeinde nach Dörpfeld" gehalten, über welchen,
sowie über die sich daranschließenden Verhandlungen unser Mitglied Herr Lehrer
Stoldt in Schwerin im Evangelischen Schulblatte ausführlich berichtet. Wir haben
einen Separatabdruck unsern Mitgliedern seiner Zeit zugesendet. Nach dem Be
richte ist das Ergebnis ein überaus befriedigendes gewesen, was um so höher an
geschlagen werden muß, da die Frage vorher von vielen mecklenburgischen Lehrer
vereinen in eingehender Weise behandelt worden war.
Ad 2.
Wir konnten schon in dem ersten Jahresbericht mitteilen, daß unser Mit
glied, Herr Archidiakonus Steglich in Hainichen einen Erziehungsverein gegründet
habe. Dieser Verein hat sich die Aufgabe gestellt, Elternabende zu veranstalten
sowie Unterhaltungsabende für Fortbildungsschüler einzurichten. In der im Fe
bruar stattgefuttdenen Hauptversammlung konnte der Verein bereits auf einen sehr
besuchten Elternabend, in welchem Herr Schulrat Mushacke einen interessanten
Vortrag über „Die erzieherischen Pflichten gegen die schulpflichtige Jugend" hielt,
sowie auf die Unterhaltungsabende, welche allsonntäglich abgehalten und immer
von mehr als vierzig jungen Leuten besucht werden, mit Befriedigung zu
rückblicken.
Gleiche Zwecke verfolgen seit einer Reihe von Jahren die Leipziger Schreber-
vereine. Aber sie fügen noch ein wichtiges erzieherisches Hilfsmittel hinzu, indem
sie den Familien auf billige Weise Gartenland gewähren, wo sich die Kinder in
der freien Zeit beschäftigen und wo sie auf den dazugehörigen freien Plätzen
unter Aufsicht spielen können. Die Familiengemeinschaften, welche sich da gebildet
haben, brauchen nur noch dazu vorzuschreiten, daß sie sich nach Schulen gruppieren,
und der Unterbau zu einer gedeihlichen Schulgemeinde ist dann gegeben. Be
sonders thätig ist auf diesem Gebiete unser Mitglied Herr Lehrer Teupser, dessen
zielbewußtem Streben wir völlig vertrauen können.
Geschäftliches.
Eines der ersten Mitglieder unserer Vereinigung war Herr Professor Dr.
Lazarus in Berlin. Wir fühlten uns daher gedrungen, ihm am 15. September
zu seinem 70. Geburtstage unsere Glückwünsche darzubringen.
An der Krombacher Lotterie hatte sich die Vereinigung mit 20 M. beteiligt.
Nach Mitteilung des Herrn Lehrer Hinrich und nach Ausweis der Gewinnliste
sind jedoch sämtliche Lose Nieten gewesen.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 131.
Es gingen im Laufe des Jahres an alle Mitglieder drei Sendungen (Nr.
9, 10 und 11) ab. Die Registrande zählt 364 Nummern.

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