III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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8, 14, 16, 19, 23, 32, 42, 46, 51,
84, 90, 103, 110, 121, 126, 130,
137, 139. Hieran reihen sich 18 Ab
schnitte aus den Sprüchen Salomos,
4 aus dem Prediger Salomo, 8 aus
Jesaias, 4 Jeremias, 3 aus den Klage
lieder», 4 aus Hesekiel und 8 aus den
kleinen Propheten. Den einzelnen Schrift-
stellen sind kurze Einleituugeu voraus
geschickt, welche als eine recht dankens
werte Zugabe zu betrachten sind. —
Schließlich bemerke ich noch, daß ein
abgesonderter Gang für Bibellesen m.
Er. einen nennenswerten Gewinn fürs
innere Leben der Schüler nicht zu ge
währen vermag, daß vielmehr die reli
giöse Unterweisung in einem einzigen
Lehrgänge, dessen Grundlage und Haupt
sache der historische Teil der Offenbarung
sein sollte, erteilt werden müßte. Das
Bibellesen ist in diesen Unterricht ebenso
organisch einzugliedern, wie dies Kirchen
lied und die Perikopen und nimmt ledig
lich eine dienende Stelle ein. Nur so,
wenn alles, biblische und Kirchengeschichte,
Katechismus und Christenlehre, Kirchen
lied und Bibellesen an einem Faden
spinnen, läßt sich eine machtvolle und
konzentrierte Wirkung auf das schwan
kende Kindesgemüt erwarten. H. G.
Fricke, Handbuch desKatechismus-
Unterrichts, zugleich Buch der
Beispiele. 1. Band. Einleitung und
1. Hauptstück. 2. Auflage. Hannover
1892. Karl Meyer.' 355 S.
Derselbe, 2. Band. Das 2. Haupt
stück. 2. Auflage 1893. 346 S.
4 M.
Die beiden Bände dieses Werkes, das
der Referent im Religions-Unterricht nun
seit Monaten fleißig zu Rate gezogen
hat, bieten eine staunenswerte Fülle vor
trefflichen Materials zur lebendigen, an
schaulichen Behandlung des lutherischen
Katechismus. Es ist dem Verfasser,
wie er im Vorwort zur 1. Auflage des
2. Bandes sagt, darauf angekommen, die
religiösen Wahrheiten an biblischen Ge
schichten, Beispielen aus dem Leben rc.
zu entwickeln und den Wert der religiösen
Wahrheiten für das Leben zum Bewußt
sein zu bringen. Das ist ihm in der
That aufs glücklichste gelungen. Mit
ausgezeichneter Gründlichkeit, die allen
Seiten des jeweiligen Katechismusstückes
gerecht wird, verbindet das Werk den
Vorzug einer guten Darstellung, die den
Leser wirklich zu fesseln vermag. Auch
ein so schwieriges Gebiet, wie das von
dem Wesen und den Eigenschaften Gottes,
hat Fricke in so anschaulicher, konkreter
Weise behandelt, daß man daraus nur
lernen kann. Den zahlreichen Methodikern
gegenüber, die dasselbe aus dem Kate
chismus-Unterricht entfernen wollen, be
bezieht sich der Verfasser auf Schulrat
Hempel. „Die Volksschule," sagt dieser,
„hat es nicht mit philosophischen Ent
wickelungen zu thun, aber auch sie
muß au ihrem Teile uns unter Rücksicht
nahme auf das Fassungsvermögen der ihr
anvertrauten Seelen sich bemühen, einen
festen Gottesbegriff zu erzielen. Die
sittlichen Verirrungen der Zeit führen
in ihrem Grunde zurück auf den Mangel
an Furcht vor dem lebendigen Gott,
und der Mangel an Furcht wurzelt nicht
zum kleinsten Teile in der Verleugnung
und Verkennung Gottes und seines
Wesens." Hier geschieht nach dieser Hin
sicht eine recht dankenswerte Handreichung.
Die Besprechung des 2. Artikels geht
nicht den dogmatischen, sondern historischen
Gang und faßt nach einer Besprechung
des Lebens Jesu den Ertrag und die
Bedeutung desselben für uns in die
Katechismussätze zusammen. Freilich er
hebt sich hier die bekannte Schwierigkeit,
die nicht bloß im Lutherscheu Katechismus,
sondern im Apostolikum selber liegt. Seite
239 heißt es bei Fricke: „Des prophe
tischen Amts wird weder in der Aus
legung noch im Artikel besonders gedacht,
ob ich's da gering achten darf? Das
sei ferne. Ich solls bei den andern
Ämtern voraussetzen, mit denen es gar

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