Zur Frage der Schulgemeinde.
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Verwaltung auch die übrigen Schulinteresseuten, insbesondere auch die Familie
— allerdings aber nur unter der Autorität der staatlichen Organe — beteiligt
werden, halte ich selbstverständlich nicht bloß für wünschenswert, sondern auch im
Hinblick auf die notwendige Einigkeit zwischen den beiden Erziehungsanstalten:
Elternhaus und Schule geradezu für unerläßlich. Bei aller äußeren Ähnlichkeit
des von mir befürworteten lokalen Schulverwaltungskörpers mit demjenigen Dörp-
felds ist er grundsätzlich doch von diesem insofern unterschieden, als er sich darstellt
als ein Organ des Staates, als eine Körperschaft, die ihre Thätigkeit im Auf
träge und unter Leitung des Staates ausübt.
22. Dem aufmerksamen Leser, der sich die Mühe genommen hat, mit obigen
Bemerkungen diejenigen meiner Herren Gegner zu vergleichen, wird nicht ent
gangen sein, daß ich nach Möglichkeit vermieden habe, auf die zum Teil äußerst
kränkenden Ausführungen derselben in gleicher Weise zu antworten. Ich habe
dies gethan, teils weil ich wohl imstande bin, die Empfindungen zu würdigen,
die meine scharfe Kritik in ihnen, die Dörpfeld persönlich nahestanden, hervor
rufen mußte, teils auch, weil ich die vorliegende Frage für viel zu wichtig erachte,
als daß ich wünschen könnte, eine ihr gewidmete Auseinandersetzung in persönliches
Gezänk ausmünden zu sehen. Eins aber muß ich schließlich noch bemerken. Wenn
Dörpfelds sicherlich verdienstvolle Arbeiten zur Schulverfassungsfrage bisher wenig
stens in weiteren Kreisen so wenig Beachtung gefunden haben, so liegt ein Grund
davon jedenfalls auch darin, daß dieselben bis in die jüngste Zeit hinein kaum
jemals auf eine ernsthafte Kritik gestoßen sind. Es ist, erachte ich, kein Zufall,
daß seit dem Erscheinen meiner Bemerkungen zum „Fundamentstück" verschiedene
sonst Dörpfeld fernstehende Schulblätter Gelegenheit genommen habe«, ihren Lesern
über die strittigen Fragen Aufklärung zu geben. Möglicherweise habe ich mich
somit um das Lebenswerk Dörpfelds mehr verdient gemacht als die Mehrzahl
seiner unbedingten Anhänger. Einer wirklich wertvollen Idee wird auch die rück
sichtsloseste Kritik niemals dauernd schaden. Vielmehr wird gerade diese, indem
sie zu erneuter.Prüfung Veranlassung giebt, wesentlich zur Läuterung derselben
beitragen. Von meiner Opposition hoffe ich das Gleiche, umsomehr, als ich mich
in derselben von jedem unsachlichen Nebengedanken frei weiß.
2. Antwort auf die vorstehenden Bemerkungen des Herrn Uißmann.
Zu 1. Herr R. räumt ein, in seiner Anzeige des Fundamentstücks, die
2 1 k Seiten in Quartformat umfaßt, zu Mißdeutungen und verkehrten Auf
fasfungen Veranlassung gegeben zu haben. Wie weit solche vorgekommen sind,
werden die nachfolgenden Bemerkungen erkennen lassen.
Zu 2. Daß Herr R. die abfällige Beurteilung des Fundamentstücks wäh

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