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I. Abteilung. Abhandlungen.
Gesinnung, die sich in vorbildlichem Lebenswandel und treuer Amtsführung äußert,
als auch von seiner pädagogischen Durchbildung abhängig ist, der wird unstreitig
die Lehrerwahl für die wichtigste Angelegenheit der örtlichen Schulverwaltung halten.
Ein wichtigeres Recht besitzt auch die Schuldeputation nicht. Indem Dörpfeld
dieses Recht der Schulgemeinde zuerkennt, hat er ihren Händen die nächste unlO
wichtigste Vorbedingung für das Gedeihen der Schularbeit anvertraut, außerdem
überträgt er ihr noch eine Reihe anderer Rechte und Pflichten, deren pünktliche
Ausführung der Schule nur zum Segen gereichen kann. Thatsächlich hat auch
die Schuldeputation in Elberfeld außer der Aufstellung des Schuletats und der
Erstattung eines Jahresberichtes keine andern Obliegenheiten zu besorgen, als die
nach Dörpfelds Vorschlägen eingerichtete Schulgemeinde. Will dagegen Herr R.
dieser Instanz noch mehr Rechte einräumen, so habe ich nichts einzuwenden, falls
er seine Vorschläge ebenso trefflich zu begründen weiß, wie Dörpfeld die seinigen.
Zu 14. Herr R. befindet sich mit seiner Vermutung auf falscher Fährte. Es
ist mir wohl bekannt, daß das Wort „Kirchenpfaffe" neben den Ausdrücken
„Schulpfaffe" und „Staatspfaffe" von Dörpfeld selber in seiner Schrift gebraucht
wird. Auch habe ich auf Seite 301 des Schulblattes nicht geschrieben, daß sich
die Bedenken des Herrn R. durch keinerlei Überlegungen, sondern daß sie sich
nicht durch solche Überlegungen zerstreuen ließen. Wie die beiden vorhergehenden
Abschnitte erkennen lassen, bezog sich diese Äußerung auf die Zusammensetzung der
Verwaltungsorgane und das Verhalten der Geistlichen zu Dörpfelds Schulorgani
sation. Wenn nun Herr R. in seiner Entgegnung sagt: „Die Frage nach dem
Einflüsse des Geistlichen in der Schulgemeinde läßt sich nicht, wie Herr D.
versucht, durch den Hinweis auf die Zusammensetzung der Organe derselben be
antworten" und: „daß zur Zeit noch viele Geistliche Gegner der Dörpfeldschen
Schnlverfassung sind, hat wohl andere Gründe," so bestätigt er damit doch nur,
daß seine Bedenken sich durch solche Überlegungen nicht zerstreuen lassen. Ich
habe es deshalb für notwendig gehalten, in den folgenden Abschnitten noch andere
Erwägungen geltend zu machen. Wenn Herr R. diesen gegenüber anführt, daß
in kleineren Gemeinden die geistige Überlegenheit des Pastors in der Regel aus
schlaggebend sein wird, so möchte ich fragen, was denn außer der geistigen Über
legenheit sonst noch in Schulangelegenheiten den Ausschlag geben soll. Meint
Herr R. aber, diese Überlegenheit würde sich in der Regel bei dem Geistlichen
finden und zwar auch in pädagogischen Dingen, so dürften' seine Worte kein
günstiges Zeugnis über die berufliche Qualifikation des Lehrerstandes enthalten.
Zu 15. a) In der erwähnten Auseinandersetzung wird nicht mehr be
hauptet, als daß man zuvor über die allgemeinen Grundsätze klar sein muß, ehe
man zu der praktischen Frage fortschreiten kann, ob sich das von der Theorie als
richtig Erkannte in den gegebenen Verhältnissen durchführen läßt.
b) Ich habe gesagt, daß die Durchführbarkeit der Dörpfeldschen Schul-

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