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I. Abteilung. Abhandlungen.
mann hat soeben wieder zum Laden kommandiert, und diesem Befehle muß er
strengstens nachkommen; die Pflicht gegen das Vaterland drängt alle anderen
Rücksichten zurück. — Mit welchen Worten nimmt er nun Abschied von dem
Sterbenden? — „Kann dir die Hand nicht geben, bleib' du im ew'gen Leben
mein guter Kamerad!" — Was erkennen wir aus diesen schönen Abschieds
worten? — Den frommen Glauben der beiden an ein ewiges Leben und die
trostreiche Hoffnung, daß ihre Freundschaft das Grab überdauern werde.
In wiefern können die beiden Kameraden als Muster braver Soldaten
gelten? — Sie ziehen mutig in den Kampf und halten furchtlos
aus in Not und Gefahr; sie üben treue Kameradschaft; sie
suchen Trost in der Hoffnung des ewigen Lebens.
Association.
Gute Kameraden, wie die beiden Soldaten sind, finden wir auch in Bei
spielen aus der Geschichte, so besonders in David und Jonathan, in Hagen und
Volker. Ihre Kameradschaft wächst hervor ans der Gleichheit der Herzen; jeder
findet im andern die gleichen Tugenden, Heldenmut und Furchtlosigkeit; die
Freundschaft äußert sich in Teilnahme an Freud und Leid und treuem Beistände
in Not und Gefahr. Hier wie dort stirbt der eine der beiden Kameraden den
Heldentod, und der andere beklagt sein Schicksal. David stimmt ein Trauerlied
an, in dem er in der rührendsten Weise seines Bruders Jonathan gedenkt; Hagen
aber erzeigt seinem lieben Freunde und Genossen die letzte Treue dadurch, daß er
seinen Tod an seinem Feinde, dem alten Hildebrand, rächt, indem er diesen kampf
unfähig macht.
Von Soldaten, die durch die innigste Freundschaft miteinander verbunden
waren, handelt auch das Gedicht: „Treuer Tod" von Georg Scheurlin. Wir
merken uns besonders die beiden ersten Strophen, in denen die Kameradschaft mit
folgenden Worten besungen wird:
„Wir zogen miteinander,
Hornist und Musketier,
Vier Arme, wenn wir stritten,
Zwei Füße, wenn wir schritten,
Ein Herz, wenn im Quartier.
Wir hielten fest zusammen,
Was immer mochte sein;
Sobald mein Horn sich rührte,
Da focht und da marschierte
Der Brave hinterdrein."
Auf alle diese Beispiele treuer Kameradschaft passen die Sprüche:
S y st e m.
1. Wohl dem, der einen Freund hat. (Sir. 25, 12.)

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