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I. Abteilung. Abhandlungen.
Der gute Kamerad.
Karl und Erich waren schon in der Schule gute Kameraden gewesen. Da
sie von gleichem Alter waren, so mußten sie auch zu gleicher Zeit Soldat werden.
Sie hatten das Glück, in dieselbe Kompagnie eingestellt zu werden; ja sie wurden
sogar Nebenmänner. Ihre Dienstzeit war noch nicht zu Ende, als im Jahre
1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach. Da zogen sie an den Rhein und
bald nach Frankreich hinein. Sie wurden der Armee des Kronprinzen zugeteilt.
Zuerst kämpften sie in den Schlachten von Weißenburg und Wörth mit; beide
Male blieben sie unverletzt. Aber es standen ihnen bald noch heißere Kämpfe
bevor. Die Armee des Kronprinzen, die schon auf Paris losmarschierte, schwenkte
plötzlich gegen Norden ab und wandte sich gegen Napoleon. Jetzt kam es zu der
großen Entscheidungsschlacht bei Sedan. Die beiden Kameraden hofften, daß sie
auch diese Schlacht glücklich überstehen würden. Doch es sollte anders kommen.
Schon am frühen Morgen brachen sie aus ihrem Quartier auf und zogen unter
Trommelwirbel auf das Schlachtfeld. Bald entbrannte der heiße Kampf. Rechts
und links neben ihnen schlugen die Kugeln ein, und mancher brave Soldat mußte
sein Leben verlieren. Da sauste plötzlich eine Granate heran, die dicht in ihrer
Nähe einschlug. Nach einem kurzen Augenblick, in dem beide auf das Schlimmste
gefaßt waren, platzte sie, und ein Splitter drang Erich in die Brust. Schwer
verwundet sank er zu Boden. Er fühlte sein Ende nahe. Mit der letzten Kraft
richtete er sich noch einmal empor, um seinem Kameraden die Hand zum Ab
schiede zu reichen. Doch da der Hauptmann zum Sturm blasen ließ, blieb diesem
nichts anders übrig, als ihm die ewige Ruhe zu wünschen und ihn zu bitten,
seiner auch dort oben treulich zu gedenken.
Elberfeld. Aug. Lomberg.
Das Leben Jesu als Lehrstoff.
Von G. v. Rohden.
I.
Schuldirektor S. Bang in Schneeberg hat vor zwei Jahren auf einer größeren
Lehrerkonferenz einen Vortrag gehalten, den er unter dem Titel: „Das Leben
Jesu. Seiue unterrichtliche Behandlung in der Volksschuloberklasse und in der
Fortbildungsschule als „dringlicher Reform Vorschlag" nunmehr in zweiter
Auflage herausgiebt. Dieser interessante Vortrag hat ziemliches Aussehen erregt
und namentlich auch durch die Kritik, der er seitens der sächsischen Herbartianer
unterzogen wurde, Anlaß zu erneuter gründlicher Erwägung des großen didaktischen
Problems gegeben, wie das Leben Jesu besser als bisher für die religiöse Unter
weisung verwertet werden könnte. Die Idee, das Lebensbild Jesu in den Mittel-

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