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I. Abteilung. Abhandlungen.
religiösen Unterweisung: die von ihr ausgehende Wirkung wird durch zu starke Be
rücksichtigung anderer religiös-sittlicher Charakterbilder und Bildungsstoffe, sowie durch
übermäßige Betonung des lehrhaften Moments tBerfrühung und Überschüttung) ge
hemmt, Jesu Person, Lehre und Werk zu früh und zu sehr zum Gegenstände verstandes
mäßiger Erkenntnis, zu wenig zur Thatsache persönlicher Erfahrung gemacht. Daher
wird das Verhältnis des Kindes zu seinem Heilande (zumeist) ein äußerliches, der inneren
und dadurch innigen Begründung entbehrendes und demzufolge durch religionsfeindliche
Mächte leicht lösbares.
Es ist dringend notwendig, daß diesen Mängeln und Übelständen mittels kräftiger
Durchführung des Princips der Anschaulichkeit (des Interesses) — das sich in einer
dem historisch-anschaulichen (nicht-katechismusartigen) Charakter der biblischen Geschichte
entsprechenden Behandlung dieses Lehrgegenstandes auf allen Stufen, in einer Beschrän
kung des Katechismusunterrichts im 5. und 6. Schuljahre auf wöchentlich eine Stunde
und auf den dieser propädeutischen Stufe angemessenen Stoff wirksam erweist und sich
endlich vorzugsweise auf der Oberstufe in einem historisch-pragmatischen Lebensbilde
Jesu verkörpert, das an Stelle der vereinzelten „Geschichten" eine wirkliche „Geschichte,"
an Stelle abstrakter, dogmatischer Reflexionen über Christum einen lebensvollen, anhal
tenden, die gespannte und wachsende Teilnahme erzielenden Umgang mit Christo setzt —
gesteuert werde.
Obgleich die Hauptleistung für die Hebung der sittlich-religiösen Unterrichtserfolge
von einem naturgemäßer gestalteten und mit größerer Stundenzahl bedachten biblischen
Geschichtsunterrichte, nicht vom Katechismusunterrichte — auch nicht von einem ver
besserten — erhofft werden kann, so ist doch der Katechismusunterricht auch ferner als
selbständige Disciplin zu betreiben, damit weder sein eigener Charakter, noch der der
biblischen Geschichte verwischt werde und nicht die eigentümliche Aufgabe dieser beiden
Lehrgebiete aus einer lehrplangemäßen und methodischen Verschmelzung der Lehrzweige
statt der erhofften Förderung eine Beeinträchtigung erfahre.
Die theoretische Einsicht in den vorgeschlagenen Reformweg besitzt die gegenwärtige
Pädagogik nur in Ansätzen, die methodische Bearbeitung des Stoffes fehlt ihr ganz.
In der Idee und Hauptforderung ist die hier vorgeführte Anschauung Bangs
die unsere, in Bezug auf die Ausführung haben wir starke Bedenken. Es ist
uns sehr sympathisch und läuft durchaus in derselben Richtung, die wir vertreten
haben, wenn B. die Pädagogen auffordert, den Anteil an der Gesamtschuld, der
hinsichtlich des sittlich-religiösen Verfalls des Volkes auf die Schule fällt, scharf
zu erkennen und auf sich zu nehmen) wenn er statt Geschichten Geschichte ver--
langt (vgl. mein Wort zur Katechismusfrage 2. Aust. S. 15 u. a.); wenn er
„den aus historisch-pragmatischen Gründen allein dauernden Erfolg sichernden Gang
vom Menschenfreunde zum Gottessöhne und von diesem zum Himmelsherrn" em
pfiehlt, den auch ich in meiner Arbeit „Katechetische Behandlung der Lehre von
der Gottheit Christi" (Gotha, Thienemann 1892) durchgeführt habe; wenn er
lebhaft wieder das betont, daß wir unsere Kinder in dem persönlichen Um
gang mit Christo Christen werden lassen müssen und daher das Wort eines
neueren Theologen über die Bedeutung des persönlichen Faktors in der Entstehung
und Fortpflanzung der Religion anführt, das er vermutlich meinem Wort zur
Katechismusfrage (S. 32 Anm.) entnimmt, wenn er auch im Vortrage mich über-

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