Das Leben Jesu als Lehrstoff.
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Haupt nicht nennt?) Alles das sind Erwägungen, die u. a. Dr. Thrändorf
und Verfasser dieses mit Nachdruck geltend gemacht haben. Das von Bang her
vorgehobene treffliche Wort Vilmars wollen wir gleich auch hier mit empfehlendem
Hinweis auf die Quelle, die B. nicht anführt, zum Abdruck bringen: „Es soll ein
vollständiges, bis ins einzelne genaues, darum auch bleibendes Bild des
Erlösers in seiner gesamten Wirksamkeit in den Seelen der Kinder niedergelegt
werden; sie sollen mit ihrem Wissen, Wollen und Thun nicht zunächst an die
Lehre, sondern an die Person des Heilandes gewiesen werden; und es
muß dahin gewirkt werden, daß er dereinst eine Gestalt in ihnen gewinne in dem
Grade, daß diese Gestalt des Gekreuzigten durch sie wieder hinausleuchten kann
in die Welt." (Vilmar Über den evangel. Religionsunterricht, herausgegeben
von Haußleiter. S. 40).
II.
Über die Idee selbst und ihre Bedeutung herrscht also die erfreulichste Über
einstimmung zwischen Herrn Bang und den von ihm mit Vorliebe als Gegner
gekennzeichneten Herbartianern; ja, ich versehe mich in Bezug auf dieselbe der
warmen Sympathie möglichst aller Leser des Schulblatts. Es handelt sich nun
um das Wie? Und da beginnen freilich die großen Schwierigkeiten und Prob
leme und darum auch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten. Wir heben als die
uns wichtigst erscheinenden Streitfragen folgende heraus: Die Idee eines
historisch-pragmatischen Lebensbildes Jesu, wie sie Bang als eine
neue in die Didaktik einführt, sowie die damit aufs engste zusammenhängenden
Erwägungen betreffs der Quellen oder Grundlagen dieses Bildes; sodann die
methodische Frage nach der Art der Behandlung des Lebensbildes Jesu. Ich
beginne mit der letzteren als der verhältnismäßig am leichtesten zu entscheidenden.
1. Bang tadelt es, daß „Jesu Person, Lehre und Werk zu früh und zu
sehr zum Gegenstände verstandesmäßiger Erkenntnis, zu wenig zur Thatsache per
sönlicher Erfahrung gemacht" wird; „die Anschauung der Person Christi . . . .
muß einheitlich, geschlossen, unmittelbar in ungetrübter Ursprünglichkeit wirken; sie
darf nicht durch Reflexionen nach ethisch-religiösen oder gar logisch-dogmatischen
Reflexionen gebrochen und beeinträchtigt werden" (s. o.). Diese Sätze sind an
sich richtig und wichtig; sie enthalten die u. a. auch von mir mit allem Ernste vertretene
Wahrheit, daß die biblische Geschichte, also auch die Geschichte Jesu nicht in den
Dienst abstrakter, systematischer Belehrung treten solle, nicht dem Mißbrauch des
Dogmatismus verfallen dürfe. Das Anschauen und Miterleben des inneren Lebens
der Gottesmänner ist das eigentliche Bildungsmittel, wodurch der Unterricht die
Kinder religiös-sittlich zu bilden hat (vgl. mein Wort z. Katechismusfrage 2. Aufl.
9 Ohne mich hier auf den ,Ursprungsbeweis< versteifen zu wollen, wäre es mir
doch ganz interessant zu erfahren, ob wohl Herr Bang den Namen des angeführten
Theologen, den ich anonym einführte, kennt.

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