Etwas von „körperlicher und werkthätiger Erziehung".
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Das ist der Schule höchstes Ziel:
Daß sie in heiligem Asyl,
Im höchsten und im tiefsten Sinn
Ist wahre Menschenbildneriy.
Das soll es sein!
Das, wackrer Lehrer, nenne dein!
Der Umfang meines Aufsatzes gestattete nur ein in Umrissen gezeichnetes
Bild von der geschichtlichen Entwicklung der nordfriesischen Volksschule. Aus dem
hundertjährigen Kampfe der letzten Entwicklungsperiode ist, dank dem hochherzigen
Streben eines Dr. Falk für die Schule und für ihre Lehrer, eine bessere Stellung
derselben hervorgegangen. Wenn auch hier und dort Mißverhältnisse, wie die
oben erwähnten, noch bestehen, so kann doch der Lehrer mehr ungestört und daher
mehr als früher seinem Berufe leben. Wo er dies ganz will und ganz kann,
da werden hoffentlich die Kurzsichtigkeit und Kargheit der nordfriesischen Ge
meinden, wo sie noch hemmend der Schule entgegentreten, schwinden und es wird
allseitig anerkannt werden, daß auch im uordfriesischen, meerumrauschten Ländchen
allgemein der Satz gelte: „Wir wollen unsern Kindern und ihren Lehrern das
Beste geben, denn sie machen unsere Nachkommen durch die harmonische Ausbildung
aller geistigen Anlagen" unter „gleichmäßiger Berücksichtigung der verschiedenen
Arten des Erkenntnis- und des Gemütsinteresse" tüchtig für dieses und für jenes
Leben. —
Etwas von „körperlicher und werkthätiger Erziehung".
Am 21. Februar d. I. haben sich 183 Mitglieder des Abgeordnetenhauses
unter der Führung des unermüdlichen Herrn von Schenckendorff zu einer „Ver
einigung für körperliche und werkthätige Erziehung" zusammen
geschlossen. Die Ziele dieses Vereins sind folgende:
§ 1. Die Vereinigung umfaßt Mitglieder aller Parteien des Abgeordneten
hauses. Sie strebt eine durch die Entwicklung des öffentlichen Lebens gebotene
Ausgestaltung des Unterrichts an und hat insbesondere die Förderung derjenigen
Erziehungsmaßnahmen im Auge, welche a) der gesunden körperlichen und der
praktischen Entwicklung dienen; b) Schule und Leben in thunlichst enge Be
ziehung setzen.
§ 2. Zu diesem Zweck erweist sich als notwendig die Förderung: a) aller
auf Hebung des Gesundheitszustandes gerichteten Maßnahmen, besonders der
Jugendspiele in allen Schulen und Erziehungsanstalten des Landes; b) des Haus
haltungs-Unterrichts für die Mädchen; o) des Handfertigkeitsunterrichts für die
Knaben und ä) des weitern Ausbaues der schon heute vorhandenen Unterrichts
fächer nach der in § 1 b angegebenen Richtung.
§ 3. Sie erstrebt eine möglichst freie Entwicklung dieser Unterrichtsgebiete
unter gleichzeitiger Anregung und Förderung durch die Unterrichts-Verwaltung;
insbesondere eine größere Freiheit der Schulaufsichtsorgane zur Anpassung dieses
Unterrichts an die örtlichen Verhältnisse, wobei eine Anhörung und lebendige Mit
wirkung der Gemeindeorgane an der Durchführung dieser Unterrichtsgebiete wün
schenswert erscheint.
Solche rege Anteilnahme an der Förderung der Bolkserziehung in dem hohen
Hause der Abgeordneten ist gewiß mit Freuden zu begrüßen. Insbesondere ver-

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