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I. Abteilung. Abhandlungen.
Kübel, Küpper, das Köpfchen (die Obertasse), Kumpe, Kümpchen, Humpe. Da
aus den Schädeln der Feinde, auch aus denen der Heiligen, die zu dem Zwecke
mit Gold beschlagen waren, getrunken wurde, so tauchte im Mittelalter nach und
nach der Ausdruck Kopf nicht nur für Hirnschale, sondern auch für Haupt über
haupt immer mehr hervor. Und so wurde der Ausdruck Haupt in die edle
Sprache gedrängt.
Kopf kommt in vielen Redewendungen vor: Über Hals und Kopf, aufs
eiligste. Einen einen Kopf kleiner machen. Ihm den Kopf vor die Füße legen.
Darauf steht der Kopf. Kopf und Kragen daran setzen. Einen beim Kopf
nehmen. Den Kopf aus der Schlinge ziehen. Der Kopf brennt. Die Köpfe
zusammenstecken, sich beraten. Nach Köpfen wird die Menschenzahl angegeben, die
Steuer verteilt: also Kopfsteuer, Kopfgeld oder auch Hauptgeld. So viel Köpfe,
so viel Sinne. Den Kopf hängen, heben, aufrichten, senken, ducken, schütteln.
Er hat Kopf, hat einen guten, schlechten, harten, offenen, scharfen Kopf. Da man
den Kopf als den Ort des Denkens ansieht, so spricht man von Kopfarbeit.
Mit dem Kopf hindurch wollen. Sich den Kopf stoßen. Vor den Kopf stoßen.
Er ist nicht auf den Kopf gefallen. Einem den Kopf waschen, den Kopf zer
treten. Auf dem Kopfe stehen, betrunken oder aufs höchste erstaunt sein. Man
stellt etwas auf den Kopf, kehrt es um. Er weiß nicht, wo ihm der Kopf steht.
Einem den Kopf verdrehen. Der verdrehte Kopf wird einem zurechtgesetzt. Den
Kopf verlieren. Ein kopfloses Beginnen. Sein Kopf ist leer. Sich etwas in
den Kopf setzen. Er setzt seinen Kopf auf, aber es geht nicht nach seinem Kopfe.
Seinen Kopf durchsetzen. Er bleibt auf seinem Kopfe. Man hat etwas im
Kopse, im Gedächtnis. Was man nicht im Kopfe hat, muß man in den Füßen
haben. Der Kopf wird ihm warm, daß er raucht. Sich den Kopf zerbrechen.
Kopf an Kopf gedrängt. Vor Verlegenheit den Kopf kratzen. Es wächst uns
etwas über den Kopf. Es geht etwas im Kopfe herum, fährt durch den Kopf,
schießt durch den Kopf. Er hat sich etwas in den Kops gezogen. „Auf den
Kops" kommt allerlei, Schläge, ein Anteil, ein Beitrag. Einem über den Kopf
kommen. Köpfisch, hartnäckig sein.
Übertragene Bedeutung: Kopf des Berges (Kuppe, Koppe), der Stecknadel,
des Nagels, der Blume. Einen Baum köpfen. An der Sache ist weder Kopf
noch Schwanz. — Ein Kopfhänger; eine Kopfnuß (von missen, Puffen, prügeln).
Viele Zusammensetzungen: Starr-, Flach-. Toll-, Trotz-, Grau-, Kahl-, Flachs-
Schafs-, Dumm-, Murr-, Dick-, Quer-, Schwach-, Hitz-, Rappel-, Kehlkopf.
Der Schröpfkopf hat seinen Namen von schröpfen, ritzen, einschneiden.
Für Kopf gebrauchte man auch wohl die Kolbe, von der dicken, kugeligen
Gestalt herrührend. Einem Narren die Kolbe lausen, ihn durch Schläge belehren.
Einem den Kolben lausen, ihm in die Haare fallen.
In gewissen Wendungen tritt für Kopf das Lehnwort Krone ein. Einem

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