HI. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
283
21*
viel Anregung und Gelegenheit zu diesem charakterstählendeu Tummeln in Gottes
freier Natur gegeben wird; wäre uns das zu unserer Zeit geboten, auch unser
Geschlecht wäre frischer, schaffensfreudiger, idealer geblieben I 1 ) v. Rohden.
Anzeige.
Der Verein für Herbartische Pädagogik in Rheinland und West
falen hält seine 21. Hauptversammlung am Samstag, den 27. Juli,
nachmittags 3 1 /2 Uhr zu Mülheim an der Ruhr ab. Zur Verhandlung
kommt eine Arbeit des Herrn Grünweller in Saarn über die Ethik Her
barts. Die Mitglieder und Freunde des Vereins werden zu dieser Versamm
lung freundlichst eingeladen. Der Vorstand.
Wir machen unsere Leser auf diese Anzeige um so dringender aufmerksam,
als jetzt durch das Erscheinen von Dörpfelds nachgelassenem Buch „Zur Ethik"
ein kräftiger Anstoß gegeben ist, die principiellen Fragen der Ethik mehr als bisher
in den Gesichtskreis des Lehrerstandes zu rücken. D. R.
in. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
Die unterrichtlicheBehandlung
Schule, dargelegt in 3 Bearbeitungen
von P. Ziethe in Linow, Pfarrer
Dr. von Rohden in Helsingfors und
Bürgerschullehrer Heydt in Dresden.
3 Preisschriften, gekrönt und heraus
gegeben von der allgemeinen Konferenz
der deutschen Sittlichkeits-Vereine.
Berlin 1893. 71 S. 75 Pf.
Ausgehend von dem Gedanken, daß
die Lehrer der Jugend in erster Linie
berufen und in ihrer Berufsarbeit be
fähigt seien, den Kampf wider die moderne
Jugendpest, die Unkeuschheit aufzunehmen,
hat der Vorstand der allgemeinen Kon
ferenz der deutschen Sittlichkeits-Vereine
im Juni 1891 ein Preisausschreiben
erlassen, um die Aufmerksamkeit aus die 9
unterrichtliche Behandlung des so viel
Lehrgeschick, Takt, sittlichen Ernst und
pädagogische Weisheit erfordernden sechsten
Gebots zu lenken. Aus den 78 ein
gegangenen Bearbeitungen sind die drei
angezeigten als die zur Drucklegung ge
eignetesten ausgewählt. Die 1. und 2.
berücksichtigen die Oberklasse einer ge
mischten Schule, die 3. hat die erste
Mädchenklasse im Auge. „Nimm und
lies," so können wir allen Lehrern nicht
dringend genug raten. Möge die Schrift
die im Vorwort ausgesprochene Wirkung
haben, den jungen Lehrern zumal ein
Wegweiser zu einer sittlich ernsten und
pädagogisch taktvollen Behandlung des
sechsten Gebots zu sein, allen Lehrern
die große, verantwortliche Ausgabe wieder
nahegebracht zu haben, welche die
9 Vergl. dazu die Anzeige des II. Jahrbuchs in Nr. 6 dieses Blattes S. 229.
Es wäre uns lieb, wenn auch von anderer Seite die oben nur gestreiften prin
cipiellen Fragen, wie der intellektuelle Unterricht richtig „praktisch" zu ergänzen oder
wie „Schule und Leben in thunlichst enge Beziehung zu setzen ist" — im Sinne des
Herrn v. Schenckendorff — ist, beleuchtet würden. Wer sich dazu meldet, dem stelle ich
die genannte Rede des Herrn v. Schenckendorff gern zur Verfügung. D. H.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.