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I. Abteilung. Abhandlungen.
werden kann, wenn er richtig betrieben wird. Das Wie wurde dann an
der biblischen Geschichte und ihrem Lernbuche (Historienbuche) gezeigt.
Die Gegner, sei es, daß sie einen bloßen auszugartigen Leitfaden
wünschen oder gar kein Lernhülfsbuch, scheinen, soweit ihre Ansichten bisher
bekannt geworden sind, allesamt nicht recht gemerkt zu haben, wo der
Schwerpunkt der Dörpfeldschen Begründung liegt. Die Gründe, welche
vornehmlich hätten geprüft werden müssen, nämlich die ausschlaggebenden, —
gerade diese kommen bei ihnen am wenigsten zur Sprache. Daher schreibt
es sich denn, daß ihre Kritik die Ansicht Dörpfelds viel zu wenig trifft,
und somit trotz der mehrfachen Beleuchtung die Frage doch nicht genügend
aufgehellt ist.
Für Dörpfeld liegt nämlich die Entscheidung der Realienbuchfrage
offenbar darin, welcher Gewinn für die Sprachbildung abfällt. Wohl
behauptet er auch einen Gewinn für das sachliche Lernen; aber derselbe ist
in seinen Augen nicht so bedeutend, daß um deswillen allein ein großer
Disput erhoben werden dürfte. Im Blick auf das sachliche Lernen ist er
sogar mit den Gegnern mehr einig, als diese zu glauben scheinen. Die
eigentliche Differenz liegt, wie gesagt, auf dem sprachlichen Gebiet. Wenn
Dörpfeld von einer Reform spricht, so hat er vornehmlich eine Reform
des Sprachunterrichts im Sinne; aber eine solche, die vom Sachunterricht
herkommen muß.
Daß dies gegnerischerseits zu sehr übersehen wird, liegt wohl darin,
daß das Buch unter dem Namen Realienbuch auftritt, nicht unter dem
Namen eines S p r a ch Hülfsmittels. Jener Name des Buches verleitet
dazu zu denken, es handle sich hauptsächlich um eine Frage im Sachunter
richt und nur nebenbei um eine solche im Sprachunterricht.. Die Frage
liegt aber in Wahrheit gerade umgekehrt. Sie ist in erster Linie eine
sprachunterrichtliche und nur nebenbei eine sachunterrichtliche. Es handelt
sich darum, eine Reform im Sprachunterricht zu gewinnen, die aber das
Eigentümliche an sich hat, daß sie nur durch methodische Maßnahmen beim
sachlichen Lernen zu erlangen ist. Wenn daher Dörpfeld auf dem Titel
seines bekannten Merkchens von einer Reform an zwei Stellen, im Real-
und im Sprachunterricht, redet, so kann der Inhalt desselben doch keinen
aufmerksamen Leser im Zweifel lassen, daß es hauptsächlich auf einen Ge
winn in der Sprachbildung abgesehen ist. Kurz gesagt: die Frage heißt:
Realienbuchfrage — aus den vorhin angegebenen Gründen — sie ist aber
vornehmlich eine sprachunterrichtliche.
Dörpfelds sprachunterrichtliche Reformvorschläge beruhen auf bestimmten
psychologisch-pädagogischen Grundsätzen. In seinen Schriften kommen die
selben deutlich zur Sprache, jedoch nicht separat, sondern an verschiedenen

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