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I. Abteilung. Abhandlungen.
der Löwenanteil des Sieges. Bei Leipzig haben preußische Führer und preußische
Soldaten das Beste zum Gelingen des großen Werkes vollbracht. Bei Sedan
bildeten preußische Krieger unter Führung ihres Königs die Mehrzahl des deut
schen Heeres. An beiden Ruhmestagen bewährte sich so recht die Tüchtigkeit des
Volksheeres gegen Söldnerscharen, so daß unsere Wehrordnung später von andern
Staaten nachgeahmt worden ist.
Beachten wir nun auch den Unterschied der beiden Gedenktage.
Die Befreiungskriege dauerten länger, als der letzte Krieg. Es gab vor und
nach der Leipziger Schlacht viele Unglückstage; auch wurden die meisten Kämpfe
auf deutscher Erde ausgefochten. Aber im letzten Kriege hatten wir nur Siege
zu berichten, wogegen kleine Unfälle gar nicht in Betracht kommen. Alle
Schlachtfelder lagen in Feindesland.
Bei Leipzig kämpften größere Truppenmassen; es war eine „Völkerschlacht,"
worin „die Russen und Schweden, die tapfern Preußen und die nach dem ruhm
reichen Österreich heißen" alle verbündet gegen Napoleons Scharen stritten. Leider
wurden die geknechteten Westdeutschen in dieser Schlacht gegen ihre ostdeutschen
Brüder vom fremden Zwingherrn in den unnatürlichen Kampf geschleppt, „wie
man das Vieh mit dem Stecken treibt", bis sie in und nach der Leipziger
Schlacht zu den Siegern übertreten konnten. Ein erfreuliches Bild zeigt Sedau,
„Hier stritt mit uns im Bunde nur unser Gott allein." Alle deutschen Volks
stämme stritten unter einer Führung vereint gegen einen Feind; es war
ein Zweikampf zwischen Deutschen und Franzosen. Teilen sich
andere Völker mit uns in den Ruhm der Leipziger Schlacht, so ist und bleibt
Sedan ein deutscher Ehrentag.
Drei Tage dauerte die Völkerschlacht. Der erste Napoleon zeigte noch
mals seine Feldherrngröße und wähnte am ersten Schlachttage sogar, noch als
-Sieger aus dem furchtbaren Kampfe hervorzugehen, weshalb er bei den an
geknüpften Friedensunterhandlungen seine Forderungen zu hoch schraubte. Ein
Schlachttag genügte bei Sedan, um Frankreichs Heer völlig zu bezwingen; dessen
Kaiser war hier schon nicht mehr Feldherr seiner Truppen. Der erste Napoleon
rettete aus einer verlornen dreitägigen Schlacht noch einen großen Teil des
Heeres; ja die Macht des fliehenden Feindes war noch so groß, daß selbst ein
starker deutscher Heeresteil es nicht ungestraft wagen konnte, ihm den Weg zu
verlegen. Die vielköpfige Leitung der verbündeten Heere ermöglichte und er
leichterte Napoleons Abzug aus Deutschland. Bei Sedan hingegen machten die
Deutschen reine Arbeit. Durch einheitliche und geschickte Führung der deutschen
Truppen wurde das französische Heer so geschickt umstellt, daß seine tapferste
Gegenwehr unnütz und eine Flucht unmöglich war. Nach verlorner Schlacht
zogen die französischen Truppen mit ihrem Kaiser — aber ohne Waffen nach
Deutschland in Gefangenschaft. Bei Leipzig ist das Blutbad viel gräßlicher gewesen

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